Constantia Sfortia, Alexandri Sfortiæ Gemahlin hatte sich von Jugend auf der Wissenschafften befliessen, und nicht nur den Ciceronem, sondern auch des Hieronymi, Lactantii, Gregorii und Ambrosii Opera fleißig gelesen. In der Poesie war sie so fertig, daß sie auch ex tempore ein Carmen, so voller schönen Penséen, zu schreiben tüchtig war, da sie doch niemahls einige Anweisung und Unterricht darinnen bekommen. Sie hat gleichfalls eine gelehrte Tochter gehabt, Baptista genannt, welche sich keinen geringen Ruhm bey denen Gelehrten erworben, siehe Bapstita Sfortia.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 370Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0