Pochen, Ist ein dem Frauenzimmer gebräuchliches Spiel und Zeitvertreib, mit teutscher Karte unter 4. 5. biß 6. Personen, wo eine iede Person auf das darzu verfertigte Pochbret, so mit Tauß, König, Ober, Unter, Zehne, Pochen und Lesten bezeichnet, und in absonderliche Reyhen eingetheilet ist, eine iede Reyhe lang herunter mit einem Zahl-Pfennige beleget, wer nun unter seinen fünff Briefen, des auffgewehlten Trumpffes Taus, König, Ober, Unter oder Zehne hat, der streichet die Zahl-Pfennige von selbigem Fache, wo dergleichen Blätter angezeichnet stehen, vor sich ein; hiernechst wird herum gefraget, wer etwas zu pochen Lust hat, hat einer ein gedrittes in der Hand oder wohl gar gevierdtes, als 4. Zehnen, 4. Unter, der pochet so viel Zahlpfennige als er will, lässet sich auch öffters wohl besser und wieder biethen, wann sie es nun alle beyde gehalten, müssen sie die Karten einander herweisen, wer das höchste und meiste hat, streichet das Pochen ein, gleichwie derjenige, so die meisten Lesten und Stiche hat, dasjenige, was auf der Lesten-Reyhe stehet, gleichfals von dem Pochbret einstreichet.