FeedBillard-Spiel
Sport & SpielRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Billard-Spiel, Wird für ein honnettes Spiel gehalten, und geschichet auf einer grossen viereckigten, und mit einem etwas erhöheten Rande eingefasseten Tafel, welche mit grünem Tuche überzogen, und 6 runde unten mit gestrickten oder ledernen Beuteln verwahrte Löcher, nemlich auf ieder Ecke eines, und 2 in der Mitten hat. Auf dieser Tafel spielen gemeiniglich 2 Personen, deren ieder eine weisse helfenbeinerne Kugel hat, welche er mit langen Stecken, so man theils Massen, theils Queues nennet, auf des andern seine Kugel zustosset, und solche in ein Loch zu treiben, oder über die Tafel hinaus zu sprengen suchet; wenn er dieses prästiret, so hat er zwey Augen gewonnen, und also continuiren beyde mit einander Stoß um Stoß, bis einer 12 Augen zusammen gebracht, und die Partie gewonnen hat. Dergleichen Tafeln werden heutiges Tages meistens in den Caffee-Häusern, nebst den gedruckten Legibus, nach welchen es muß gespielet werden, gefunden, auch gewisse Jungen dazu gestellet, welche die gewonnenen und verlohrnen Augen der Spielenden zehlen oder marqviren müssen, daher denen Caffee-Schencken, so die Tafeln nebst dem Zugehörigen unterhalten, für iede Partie etwas gewisses bezahlet wird.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 170–171Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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