Claves, Chiavi, Clefs, Werden die Music-Schlüssel genennet, so anzeigen, wie die Noten heissen sollen, wie ihr Klang beschaffen, und was man für eine Stimme singen solle. Sie heissen Claves signatæ, initiales, expressæ und characteristicæ, vorgezeichnete Music-Schlüssel, ingleichen Claves principales, Haupt-Schlüssel, weil sie durch ihre Vorzeichnung den Linien und Spatiis den Nahmen geben, und dadurch ein Lied, wie ein Schloß durch den Schlüssel, aufgeschlossen wird. Es sind ihrer 3, nemlich C, G und F. Von den zwey ersten Schlüsseln C und G ist anzumercken, daß die unterste Linie das Ut re mi fa sol la vorstelle, wenn diese Schlüssel in in folgender Ordnung stehen, daß erstlich C, als das Discant-Zeichen, auf der untersten Linie, so dann eben dieses C, als das Tenor-Zeichen, auf der vierten Linie, ferner das G auf der zweyten Linie, weiter das C, als das Alt-Zeichen, auf der mittelsten Linie, hierauf das G auf der untersten Linie, und endlich wiederum das C auf der zweyten Linie gesetzt werde. Alle übrige in dem Systemate enthaltene Buchstaben heissen Claves intellectæ, non signatæ, weil sie aus den signatis erst erkannt und verstanden werden müssen. Nebst diesen giebt es auch beygezeichnete Neben-Schlüssel, derer bey den Alten nur zween waren, nemlich das ordentl. b und das harte b, insgemein h genannt, so von einigen auch Claves principes genennet werden, weil sie einen Gesang der Qvalität nach unterscheiden. Zu diesen Neben-Schlüsseln, Clavibus minus principalibus ist nachgehends noch das hartmachende Zeichen oder das doppelte Creutz gesetzet worden. Doch heutiges Tages findet man auch noch dieses doppelte Creutz zweymal gesetzt, oder an deren stat das einfache  Creutz. Und durch diese Zeichen, samt dem doppelten bb, werden alle in einem Systemate vorkommende Semitonia ausgedruckt und vorgestellet, welche Semitonia, oder auch wol von den natürlichen Clavibus herstammende Subsemitonia, eben die rechten bezeichneten Nebenschlüssel sind.