Fallende Sucht eines Pferdes, Wird also erkennet: Erstlich schwitzen die damit behaffteten Pferde und tummeln sich, sperren das Maul weit auf, und fallen endlich zu Boden. Wo nun solches von ihnen gesehen wird, soll man vor allen diesen Tranck gebrauchen, und dem Pferde warm eingiessen. Nimm Linden-Blüth-Wasser, Eichen-Laub-Wasser, eines ieden ein halb Nössel, Venedischen Theriack ein halb Loth, gebrannt Hirschhorn ein Loth; dieses alles in ein halb Nössel Bier gethan und dem Pferde warm eingegossen, hierauf demselben noch die Lungen-Hertz- und Spor-Ader geschlagen, so wirds wieder gesund. Oder: man soll dem Pferde alsobald die Hals-Ader schlagen, und mit einem zerspaltenen Stecken das Blut aus den Nasen-Löchern lassen, auch folgenden Tranck vor und nach der Aderlässe eingiessen: Nehmet vier Loth Meer-Rettig, zwey Loth Kürbis, zwey Diagrydii, oder präparirten Scammonii, und zwey Loth der Wurtzel vom Heilkraut; diese Stücke stosset zusammen, siedet sie mit drittehalb Pfund Honig, davon nehmet iedesmal einen Löffel voll, thut es in ein Qvartier Wasser, und ein Loth Oel darzu, und giessets ihm in den Hals. Oder: nehmet Meister-Wurtzel und rothen Beyfuß, machet beydes zu Pulver und blaset es dem Pferd, nach der Aderlässe, durch ein Röhrlein in die Nasenlöcher.