Hasel-Huhn, Jst eine Art wilder Hüner, so unter das Feder-Wildpret gehöret, und um ein gutes grösser als das Rephun ist. Der Hahn sowol als die Henne, haben kurtze dicke und schwartze Schnäbel, graue Köpffe, und zuoberst auf demselben schwartze Federlein; die Federn an ihren Leibern sind mannigfaltig, theils grau oder Aschen-Farb, theils schwartz, theils Castanien-braun und weiß unter einander gesprengt. Sie haben am Bauch mehr weisses, als die Rephüner, und am Rücken mehr röthlichtes, doch alles mit Flecken vertheilt; der Bauch ist weißlicht, und die beyden Seiten sind mit schwartzen Flecken eingetheilt, der Schwantz ist graulicht, schwartz und weiß, mit einem Fingerbreiten schwartzen Qver-Strich; die längsten Schwing-Federn sind gar nahe Aschen-Farb, mit schwartz vermischt. Die Füsse sind beyden, gleich dem Birck-Wildpret, von Natur bis an die Klauen mit Federn bekleidet, die Zehen aber schuppigt. Doch ist der Hahn von dem Huhn darinne unterschieden, daß er schöner an Federn, und ein klein wenig grösser, als dieses; daß er am Kopffe und unterm Halse etwas mehr schwartz gezeichnet ist, als das Huhn, auch mercklich dickere Backen hat, denn dieses, und über den Augen roth gezeichnet ist, wie ein Rebhuhn. Sie halten sich gerne in schwartzen Holtze, Tannen und Fichten-Dickigten, iedoch meistens in solchen Gegenden und Gründen auf, wo viel Hasel-Nuß-Stauden zu finden, (als wovon sie ihren Nahmen haben) weil sie die Hasel-Zäpfflein oder Käutzlein gerne geniessen, ausser diesen aber auch von Wacholder- und rothen Hollunder-Beeren, nicht weniger von Eber-Eschen-Beeren, Stein-Klee, und andern grünen Blättern sich nähren. Sie fliegen sehr rasch, begeben sich aber niemals aus dem Holtze, und setzen sich auf die untersten Aeste, sehen allezeit mit einem Auge über sich, und fürchten sich sehr vor den Raub-Vögeln. Jhre Pfaltz ist im Früh-Jahr in der Fasten-Zeit, da sie einander pfeiffen und sich zusammen ruffen, zu welcher Zeit man die Männlein mit einer des Weibleins Stimme und Ruff gleichlautenden Pfeiffe zu sich locken, und dieselben nicht ohne sonderbare Lust schiessen kan: Denn die Weiblein oder Hüner soll man um der Nachzucht willen billig schonen. Um acht Uhr Vormittag und Abends um drey Uhr ist die beste Zeit zum Schiessen. Das Huhn hat gleich dem Auer- und Birck-Wildpret, seine Brut auf der Erden, und bringet sechs, sieben bis acht Junge ohne Hülffe des Hahas (denn sie sich, wie das Birck-Wildpret auch nicht paaren) gantz alleine in einer Zeit von drey Wochen aus. Dieser Vogel ziehet nicht, wie anderes Feder-Wildpret, Herbst-Zeit hinweg, sondern hält seinen Ort oder Gegend Jahr aus Jahr ein accurat. So bald die Junge fliegen können, zeiget ihnen die Alte andere Gelegenheiten. Sie werden, wie obgedacht, geschossen, oder auch in solcher ihrer Pfaltz-Zeit vermittelst vorermeldten Pfeiffleins in Steck-Garnen, wie die Wachteln, oder in Lauff-Donen, wie die Schnepffen an der Erden, oder auch mit Ebereschen-Beeren in den grossen Donen an den Bäumen gefangen. Es sind wilde Vögel, die sich nicht leicht lebendig erhalten lassen. Am häuffigsten werden sie in Schlesien, Pohlen und Litthauen gefunden. Jhr Fleisch ist viel weisser, als das Rebhüner-Fleisch, läßt sich auch viel mürber braten, daher sie als ein gesundes wohlverdauliches und gute Nahrung gebendes Wildpret recommendiret werden.