Koller der Pferde, Kommt von Natur, auch durch die Verwahrlosung. Sie richtet sich nach dem Mondschein, wenn der Hundsstern in seiner Erhöhung und Krafft, und die gröste Hitze ist, da stehen diese Pferde 1) anfangs allezeit in tieffen Gedancken 2) halten den Kopff meistentheils in oder unter die Krippe, 3) schlagen sie mit den hintern Schenckeln an den Bauch, 4) schreyen gantz heiser, 5) verkehren die Augen, schrencken die vordern Füsse, und hängen den Kopf fast auf den Boden, daß man sie mit den schärfsten Stangen nicht kan über sich richten. Dafür ist die Haut mitten auf der Stirne aufzuschneiden, ein Knoblauch-Haupt und Liebstengel-Wurtzel darein zu stecken, und ein Monat lang darinne wohl verwahrt zu lassen, und dabey Ader gelassen.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 1239Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0