Melancholique, les chevaux melancholique, Sind solche Pferde, welche trauriger Complexion, und kalt-trockener Natur sind, dabey faul, schläfrig, furchtsam, ungeschickt, nicht jähzornig, so man sie aber mit Gewalt zum Zorn bewegt, werden sie gerne desperat und endlich gar Kollerer, dabey sind sie ungelernig, altschaffen, großköpffigt, mit grossen Ohren, kleinen Schweins-Augen, engen Naselöchern, schmaler und enger Brust, kleinen und dünnen Athems, mager, rauhen Haar; von Farben gemeiniglich Mausfalb, Hirschfalb, gelbbraun, nicht venerisch, deswegen zur Generation untüchtig, sind wohlgefreßig, geben doch nicht viel Zürch von sich.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 1471–1472Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0