Oda, Ode, Ode, War bey den alten Heiden ein Lied, welches der Götter, Helden, und derer, so im Spielen oder im Streite gesieget hatten, Lob in sich hielt. Sie nenneten auch Bacchus- und Liebes-Lieder also. Jn der heutigen Poesie ist es ein Gedicht, welches mit etlichen Absätzen, die alle ein gleiches Zeilen- und Reimen-Maaß halten, durchgeführet wird. Sie werden gemeiniglich zu Lob-Gesängen gebraucht, und wollen mit hohen Worten, und scharfsinnigen Gedancken ausgearbeitet seyn.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 1635Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0