Piccolomini, Dieses Fürstliche Haus hat zwar seinen Ursprung aus Rom, sich aber nachgehends in Siena nieder gelassen, bis der aus demselben entsprossene Æneas Sylvius 1458 den Päbstlichen Thron bestieg. Octavius Piccolomini, Kayserlicher Feld-Marschall und 1649 Principal-Commissarius auf dem zu Nürnberg wegen Execution des Westphälischen Friedens gehaltenen Convent, ward 1654 von Kayser Ferdinando III in des H. Röm. Reichs Fürsten-Stand erhoben, und erhielt von dem Könige in Spanien das eingezogene Hertzogthum Amalfi in Neapolis wieder, starb aber 1656 ohne Erben; daher er seines Bruders Enckel Æneam zum Erben der Fürstlichen Würde und des Hertzogthums Amalfi einsetzte: Nach dessen erblosen Tode sein Bruder Laurentius succedirte, und das noch blühende Geschlecht fortpflantzte. Sie besitzen auch einige Güter in Böhmen. Die Fürsten von Piccolomini haben vier rothe Pfähle im güldenen Felde, als das Aragonische; 4 rothe Balcken im silbernen Felde, als das Ungarische; einen blauen Schild mit 18 güldenen Lilien bestreuet, oben mit einem rothen Turnier-Kragen als das Neapolitanische; und ein silbernes Krücken-Creutz mit 4 kleinen Creutzen umgeben, als das Jerusalemische Wappen; hernach ein rothes Creutz mit 4 güldenen halben Monden besetzet, als das Geschlechts-Wappen dieser Fürsten. Dieser gantze Schild wird von einem Fürsten-Hute bedecket.