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GeschichteRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Sardinien, Jnsel und Königreich in dem Mittelländischen Meere, welche ehemals der Cron Spanien, seit 1720 aber dem Hertzoge von Savoyen gehört, der davon den Königlichen Titel führet, als Hertzog von Savoyen aber das Prädicat eines stetswährenden Vicarii des H. R. Reichs durch Jtalien hat. Das Wappen von dem Königreiche Sardinien, wie solches anietzo mit dem Hertzoglichen Savoyischen vereiniget ist, bestehet in vier grossen Qvartieren mit einer Spitze mit einem Mittel-Schilde, und darüber noch ein Hertz-Schildlein. Auf diesem Hertz-Schildlein erscheinet ein silbernes Creutz im rothen Felde, als das eigentliche Wappen von Savoyen. Der Mittel-Schild ist silbern und durch ein rothes Creutz qvadriret, mit einem Mohren-Kopf und weisser Binde in ieder Ecke, wegen des Königreiches Sardinien. Der Haupt-Schild ist wieder in 4 grosse Qvartiere eingetheilet. Das erste grosse Qvartier ist wieder vierfeldig, und präsentiret ein güldenes Krücken-Creutz von vier kleinen Krücken-Creutzlein begleitet, im silbernen Felde, wegen des Königreichs Jerusalem; einen rothen Löwen in einem von Silber und blau gestreiften Felde, wegen des Königreichs Cypern; einen rothen gekrönten Löwen im silbernen Felde, wegen des Königreichs Armenien oder Cypern; einen dergleichen rothen Löwen im silbernen Felde, wegen des Hertzogthums Luxenburg. Das andere grosse Qvartier ist dreyfeldig, und zeiget das weisse Pferd im rothen Felde, wegen Nieder-Sachsen; den grünen Rauten-Crantz über schwartz und güldene Balcken gezogen, wegen Ober-Sachsen; und die drey rothen See-Blumen-Blätter, wegen Engern; zusammen wegen des prätendirten Ursprungs aus dem alten Witekindischen Sächsischen Geschlechte. Das dritte grosse Qvartier ist in die Länge getheilet, zur Rechten ist ein schwartzer Löwe im silbernen mit schwartzen Schindeln bestreueten Felde, wegen des Fürstenthums Chablais, am Genfer-See; zur Lincken aber ein silberner Löwe im schwartzen Felde wegen des Fürstenthums Aosta. Das vierte grosse Qvartier ist wiederum in die Länge gespalten, zur Rechten ein blau und gülden Schach-Bret wegen Geneve; zur Lincken ein silbern Feld mit einem rothen Schildes-Haupt wegen Montferrat. Und endlich in einem güldenen Schildes-Fusse ein schwartzer Adler wegen der Grafschaft Maurienne. Auf diesem gantzen Schilde stehet an stat der sonst gewöhnlich gewesenen drey Helme, anietzo eine Königliche Krone, und an stat der ehemaligen Schildhalter (welches zwey güldene Löwen sind) ist dieses Wappen mit einem Königlichen Purpur- und mit Hermelin gefütterten Mantel umhangen. Zuweilen wird dieser Schild umgeben mit der Ordens-Kette dell’ Annonciata, daran unten das Creutz von dem Ritter-Orden S. Mauritii und Lazari hänget.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 2032–2034Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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