Iris (der Regenbogen), bei Hesiod eine Tochter des Thaumas und der Okeanide Elektra und Schwester der Harpyien, eine jungfräuliche Göttin, ist neben Hermes die windschnelle Botin der Götter, namentlich des Zeus und der Hera. Schon bei Homer ist sie ganz zur mythischen Person geworden und ihre Entstehung aus der Anschauung des Regenbogens ganz verwischt. Daß jedoch die physische Erscheinung des Regenbogens der Mythe von J. zu Grunde liegt, ist wohl nicht zu bezweifeln. Dem Grundbegriffe nach ist J. die den Verkehr zwischen Himmel und Erde vermittelnde Botin. Dargestellt wird sie als eine schöne geflügelte Jungfrau mit einem Heroldsstab und einer Kanne oder Blume.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 660Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei