Jeaffreson (John Cordy), engl. Schriftsteller, geb. 11. Jan. 1831 0 Framlingham in Suffolt, wurde 1859 in Lincoln's Inn an die Barre berufen, praktizierte indes nicht, sondern widmete sich der schriftstellerischen Thätigkeit. Erwähnung verdienen zunächst I.s Romane, die er 1854 mit Crewe Risen eröffnete und unter denen besonders „Miriam Copleyr (1859), (Live it downo (1863), A noble vomano (1868) und & woman in spite of herselfo (1872) Anerkennung fanden. Größern Erfolg hatte er mit einer Reihe kulturhistorischer Bucher, wie „A book about doctorso (1860), „A book about lawyersv (1866), A book about the elergys (1870), „Annals of Oxfordo (1871), „Brides and bridalsv (187²2), A book about the tables (1874), Ayoung squire of the 17 h centuryn (1877). Zum Inspektor der Dokumente an dem Staatsarchiv in London ernannt, nahm J. auch teil an den Arbeiten der königl. Kommission über histor. Manuskripte. Als Biograph hat er sich durch sein Lite ot Robert Stephensono (1864) und durch das Aufsehen erregende Werk The real Lord Byrono (2 Bde./ 1883) bekannt gemacht. eanet, soviel wie Englisches Leder. eanne d' Arc oder die Jungfrau von Orleans, geb. als die Tochter wohlhabender Landleute 6. Jan. 1412 in dem damals zur franz. Provinz Bassigny (Gouvernement Champagne) gehörigen, am linken Ufer der Maas gelegenen Dorfe Domreémy, wurde, gleich ihren Geschwistern, in patriarchalisch-bäuerlicher Einfachheit erzogen. Sie konnte nähen und spinnen, aber weder lesen noch schreiben; ihre Religionskenntnisse verstiegen sich nicht ber den naiven Glauben jener Zeit. Vor andern Mädchen zeichnete sie sich durch Einfachheit und Sittenreinheit aus. Mit großer Phpnchen lichkeit ist anzunehmen, daß J. von den physischen Eigentümlichkeiten und Schwächen ihres Geschlechts nicht berührt wurde, und hierin eine der wesentlichsten Ursachen ihrer Ekstasen und Visionen wie aber auch andererseits der bewundernswerten Ausdauer ihrer physischen Kräfte zu suchen sei. Im Alter von 13 J. glaubte sie zum ersten mal, als sie sich zur Mittagsstunde im Garten ihres Vaters befand, eine Überirdische Stimme zu hören, die sie zur Sittfamkeit und zu fleißigem Kirchenbesuche ermahnte. Sie gelobte schon damals, lebenslang dr Verzi zu bleiben. Indes hat Zustände visionärer Verzückung, wie J. sie gehabt, das religiöse Empfindungsleben des Mittelalters an Tausenden hervorgebracht, und die anfänglichen Visionen, die sie schon im 13. J. hatte, unterschieden sich mit ihren auf Sittenreinheit und Kirchlichkeit gerichteten Mahnungen kaum von den gewöhnlichen; das Neue aber war die politische Richtung, welche dieselben unter dem Elend der Zeit bei J. nahmen. Durch die Eroberungen Heinrichs V. hatten die Engländer mehr als die Hälfte von Frankreich an sich gerissen; ihre Bundesgenossen waren der Herzog von Burgund und Isabella, die Gemahlin des wahnsinnigen Karl VI. M sudlichen Frankreich behauptete sich nur mit? II. der 19jährige Dauphin, nachmals König Karl VII. Das Geburtsdorf J.s hing letzterm an. J. mochte ungefähr 15 J. alt sein, als ihre «Stimmeno ihr geboten, nach Frank— reich zu gehen und für den Dauphin in den Krieg zu ziehen. Doch bewahrte sie das Geheimnis. Unterdes war der Dauphin während der Belagerung von Orleéans durch die Engländer im Okt. 1428 in die bedrängteste Lage geraten. Da erhielt J. durch ihre Stimmen und in Träumen den Auftrag, jene Stadt zu entsetzen und den Dauphin nach Rheims zur Krönung zu führen. Sie wandte sich heimlich, anfangs durch Vermittelung ihres Oheims, an Baudricourt, den Befehlshaber von Vaucouleurs, der ihre Anträge als die einer Närrin erst zurückwies, sie dann aber in männlicher Tracht und Rüstung und unter Bedeckung zum Dauphin nach Chinon sendete. Karl, dem sie hier ihren überirdischen Beruf mitteilte und in Rücksicht seiner Geburt versicherte, er sei der wahre König von Frankreich, konnte sich zunächst nicht überzeugen. Erst nachdem zu Poitiers angesehene Männer die Herkunft und den Wandel J.8 eprüft und achtbare Matronen ihre Jungfräulichkeit bezeugt hatten, zweifelte man nicht langer an ihrer höhern Sendung. Nach manchen Verzögerungen zog endlich die 17jährige Jungfrau in Männertracht, mit einem Schwerte aus der Kirche zu Fierbois und einer weißen, mit Lilien und Gottes Bildnis geschmückten Fahne ausgerüstet, an der Spitze begeisteter Scharen nach Orleans, das Dunois verteidigte. Am 29. April 1429 warf sie sich mit Lebensmitteln in die Stadt, und vom 4. bis S. Mai vertrieb sie in verschiedenen Ausfällen die Engländer aus ihren Schanzen und nötigte dieselben, die Belagerung aufzuheben. I. wurde nach diesem wichtigen Siege der Schrecken der Feinde und bei den dürch jahrelange Niederlagen entmutigten Franzosen der Gegenstand religiöser Verehrung. Kampfesmut und Nationalgefühl erwachten durch die wunderbare Erscheinung des Mädchens plötzlich beim Volke und unter den Truppen. Ungeachtet dieser Huldigungen blieb J. weiblich be— scheiden. Nur wenn kriegserfahrene Männer ihren tühnen Anordnungen widersprachen, berief sie sich bestimmt auf die göttliche Sendung. Gegen Hohe und Niedere aber wußte sie ihre weibliche Würde streng zu bewahren. Nach der Befreiung von Orléans ging sie an den zweiten Teil ihrer Sendung. Unter ihrer Führung zog der Dauphin von Gien aus mit einem kleinen Heere nach Rheims, indem er unterwegs Auxerre und Chälons unterwarf, Troyes aber unter J.s Befehl eroberte. Am 17. Juli 1429 ging die Krönung vor sich. It hielt während derselben mit ihrer Fahne an der Seite Karls, warf sich dann vor ihm nieder und begrüßte ihn als König. Auchjetzt aber hielt sie keineswegs, wie wohl früher behauptet worden ist, ihre Aufgabe für beendigt. Vielmehr wollte sie, und zwar unter wachsendem Widerstande einer höfischen Partei, schließlich gegen den Willen des Königs selbst Frankreichs Boden von den Fremden reinigen. Zunächst riß sie Karl gegen Paris mit fort. Aber nach einem fruchtlosen Angriff auf die Hauptstadt, wobei J. am Schenkel schwer verwundet ward, zog sich das Heer nach der Loire zurück. Jenseit derselben erhob Karl im Dez. 1429 die Jungfrau und ihre ganze Familie in den Adelsstand. Im J. 1430 zeichnete sich J. bei der Einnahme von St. ⸗Pierre-le-Moutier durch ihre verzweifelte Tapferkeit aus, die allein den Sieg entschied. überdrüssig der Hofintriguen, wandte sich J. darauf mit einer kleinen Schar wieder nordwärts in die Isle-de-France, siegte bei Lagny und warf sich dann in das belagerte Compiegne. Bei einem Ausfall wurden die Ihrigen von der übermacht zurückgeschlagen. J. deckte mit der letzten Schar den Rückzug, wurde abgeschnitten, vom Pferde gerissen und dem Herzog von Burgund übergeben. Als die Engländer die Kunde vernahmen, zündeten sie im Lager Freudenfeuer an und ließen in allen unterworfenen Städten kirchliche Dankfeste anordnen, während die Franzosen und der träge König zu ihrer Rettung nichts unternahmen. J. wurde nach Rouen gebracht und dem geistlichen Gericht als Zauberin und Ketzerin übergeben. ö ö Ein langer, abscheulicher Prozeß, bei dem übrigens die Formen des kirchlichen Rechts gewahrt wurden, begann im Jan. 1431. Den Beschuldigungen wegen Zauberei, welche durch das Zeugnis eines Priesters, der sich als Freund und Beichtvater bei der Gefangenen eingeführt hatte, unterstützt wurden, begegnete sie mit Unerschrockenheit und klaren, bestimmt widerlegenden Antworten, welche selbst auf eine Anzahl der Richter großen Eindruck machten. Trotzdem endete der Prozeß nach vier Monaten mit Verurteilung der Jungfrau zum Feuertode. J. hatte sich ungeachtet der physischen und moralischen Leiden, die man ihr auflegte, wunderbar standhaft und ergeben benommen; als sie aber 24. Mai zum Scheiterhaufen abgeführt wurde, entschloß sie sich unter dem Drängen der Geistlichen zu einem Widerruf, der ihre Strafe in ewiges Gefängnis verwandelte. Dies genügte jedoch dem Fanatismus ihrer Feinde nicht. Man sperrte sie mit drei rohen Soldaten zusammen, nahm ihr die weibliche Kleidung, sodaß sie sich zum Gebrauch hingelegter Männerkleider entschließen mußte, und betrachtete dies, wie einige in der Verzweiflung ausgesprochene Worte als Rückfall. Schon 31. Mai 1431 wurde sie wieder zum Scheiterhaufen geführt. Der Mut und die fromme Ergebung, die sie bewies, rührten selbst ihre Richter und überzeugten sogar den Henker von ihrer Unschuld. Nach der Volkssage stieg eine weiße Taube aus den Flammen zum Himmel empor. Auf Ansuchen ihrer Familie wurde der Prozeß schon 1450 revidiert und die Anklage 1456 für unbegründet, die Jungfrau für unschuldig erklärt. Zu Domreêmy, Versailles, Rouen, Orleans und Compisgne sind ihr Denkmäler gesetzt worden. Unter den Dichtungen, welche die romantische Gestalt J.s zu verherrlichen suchten, ragt besonders die Tragödie Schillers hervor. Voltaires Pucelle d'Orléansp ist eine zwar witzige, aber frivole Persiflage. Litteratur. Für die Geschichte der J. ist Qui— cherat, Procès de condamnation et de réhabilitation de J., etc.o (5 Bde., Par. 1841 — 50) das die gesamten Quellen umfassende Hauptwerk; vgl. außerdem noch Wallon, «Jeanne Arcy (2. Aufl., 2 Bde., Par. 1867); Boucher de Molandon, Pre-⸗ mière expédition de J.v (Orléans 1874). Gute deutsche Arbeiten über J. haben K. Hase (Lpz. 1861) und Eysell (Regensb. 1864) und Th. Sickel (Sybels histor. Zeitschrifto, Bd. 4, 1860) geliefert. „Jeannettelfrz.), Hannchen; auch Bezeichnung für ein goldenes Kreuz mit einem Herzen darüber, an einem Samtband am Halse getragen, Jeannet— ö tenkreuz.