FeedAntigöne
GeschichteBrockhaus 1882

Antigöne, die Tochter des Königs Odipus (s. d.) von Theben, welche derselbe nach den Tragikern mit seiner eigenen Mutter Jokaste, ohne sie als solche zu kennen, zeugte, war die Schwester des Eteokles (. d.), des Polyneikes und der Ismene. A. begleitete ihren Vater in sein Exil nach Kolonos in Attika und kehrte nach 27 Tode nach Theben zurück. Hier bestattete sie ihren im Zuge der Sieben gegen Theben gebliebenen Bruder Polyneikes, welcher auf Kreons Befehl, der nach dem Tode ihrer beiden Brüder Herrscher von Theben geworden, nicht bestattet werden sollte, und wurde wegen dieser That durch Kreon verurteilt, lebendig begraben zu werden. Darüber geriet Haimon, der Sohn des Kreon, ihr Verlobter, in Verzweiflung und tötete sich. Als Ideal der hingebenden Liebe zu Eltern und Ges chwifern und eines opferwilligen Heldenmuts in Erfüllung der Pflichten der Pietät gegen den Bruder, der ihr aber dann, weil sie dem Verbote des freilich leidenschaftlich verblendeten Herrschers zuwiderhandelt, in echt tragischer Weise Schuld und Untergang zuzieht, hat sie Sophokles in zwei Trauerspielen, Odipus auf Kolonosv und «Antigone », lon, Ener — A. hieß auch die Tochter des Eurytion, Enkelin des Myrmidonenfürsten Aktor und Gemahlin des Peleus (s. d.). Sie erhängte sich, als sie von Astydameia, der Gemahlin des Akastos, die sich in Peleus verliebt Hach und von ihm Welens Peroln sah, die falsche nachricht bekam, Peleus vermähle sich mit der Sterope, der Tochter des Akastos. — A. hieß ferner nach der Sage die Tochter des Laomedon, Schwester des Priamos. Sie ward zur Strafe dafür, daß sie sich wegen ihrer Schönheit der Hera Woandel.— von dieser Göttin in einen Storch verwandelt. — A. ist auch der Name eines Asteroiden. (S. Planeten.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 715Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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