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VerkehrBau-Lexikon 1881

Boot, n., frz. bateau, m., engl. boat (Schiffb.). Dem Schiff ähnliches Fahrzeug, ohne Deck, das bald lang und schmal, bald kurz und breit ist, mit Sitzbänken, Duchten, für 2—18 Ruderer, Mastspur und Steuerruder. Jedes größere Schiff hat mindestens drei Boote. Die Benennungen variiren, doch kehren folgende am häufigsten wieder: 1. das große Boot, Großboot, Barkasse, frz. grande chaloupe, f., engl. launch, bei Kriegsschiffen große Schaluppe, frz. grand canot, engl. barge; 9,. — 10½ m. lang, hat 16 — 18 Riemen, ist am Bug ziemlich breit, gewöhnlich mit Berghölzern versehen, und, falls es zum Ankerlichten mittels des Bojereeps dienen soll, am Vorsteven mit einer Rolle für das Bojereep und mit einem Bratspill ausgestattet, faßt 100—120 Mann u. ist eingerichtet, um Geschütze zu führen, dient, um Wasser zu holen, Anker zu lichten c.; 2. Arbeitsschlupe, frz. chaloupe manoeuvre, engl.secondboat; 3. Kapitänsschlupe,frzchaloupe, engl. long-boat, bedarf 12—16 Mann zur Bedienung; 4. das mit S—10 Mann besetzt; 5. das lange Boot, Pinasse, frz. pinasse, pinache, péniche engl. pinnace, von 4 — 8 Mannbedient, zumGebrauch der Schiffsoffiziere; 6. Breitboot, Bumbboot und Daggerboot, dienen zum Fischfang; „. Heckboot (s.d.);8.Lootsen-od. Rettungsboot; 9. Kanonenboot(s.d.). Jedes der Boote von1—7 steht, wenn es nicht im Gebrauch ist, auf dem Verdeck auf einem aus gekrümmten Hölzern, den Vootsklampen, engl. boat-eléats, konstruirten Bock, frz. chantier m. de chaloupe, oder hängt an gekrümmten Eisen außen über dem Bord, u. ist durch Taue,“ Bootskrabber, frz. rissés, engl. boat-gripes, befestigt. — Die Boote 8 u. H werden nicht auf Schiffen mitgeführt, sondern selbständig gebraucht. Boote werden meist aus Holz, nur Rettungsboote gewöhnlichausEisen hergestellt.Die hölzernentheilt man nach ihrer Bauweise in Diagonal-, Krawehl- und Klinkerboote ein, hölzerne Rettungsboote sind diagonal, eiserne aus kanälirtem Blech hergestellt. Diagonalboote haben zwei sich kreuzende Häute über einander (s. Fig. 803 u. 804); W bei dem Krawehlbooten werden die Planken so RI. neben einander gelegt, wie beim Krawehlwerkls. W Fig. 805), so werden nur Barkassen u. Pinassen gebaut; bei demKlinkerbooten greifen sie nach Fig. 806 über einander, so werden Kutter, Giggs und Jollen meist gebaut; letztere sind 78 m. lang, von zwei Rudern geführt, das Gigg etwas größer; folgende sind (s. Fig. 803—808) die Haupttheile der Boote: a. Kiel; b, C. Vor- und Hintersteven; d, e. vorderes u. hinteres Stevenknie; f. Dollbäume; g. Duchten; h. Duchtenweger; 1. Duchtenknie; k. Spiegel; J. Spiegelknie; m. Bugbänder; n. Remms; 0. der Fisch; außerdem die Inhölzer (unter Remms und Fisch) und die

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 454Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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