Bulge (aus der althochdeutschen Wurzel belgen, d. i. schwellen; althochdeutsch pulga, mittelhochdeutsch bulge) kommt im 15. und 16. Jahrh. in zwei verschiedenen Bedeutungen vor, und zwar zunächst als schwellende Woge, Schwall, Flut; dann als Schlauch, erlischt aber seit dem 17. Jahrh. in beiden Bedeutungen. Nur in der Bergmannssprache hat es sich in der zweiten Bedeutung noch bis zur Gegenwart erhalten und bezeichnet einen ledernen Wasserbehälter, einen Lederschlauch zum Ausschöpfen von Wassern oder zum Fortschaffen von Erzen; davon Bulgen-oder Bulchenkunst, ein früher angewandtes Wasserhebewerk, bei dem an einer über eine Scheibe gelegten Kette ohne Ende lederne Eimer (B. genannt) hingen. Im Berner Oberlande sagt man B. für Bündel, Ranzen.