Burhanpu s. Burggraf. Burhanpur (engl. Boorhaunnpoor), Stadt im indo-brit. Vasallenstaate Gwalior, auf dem 20— 25 m hohen rechten oder nordl. Ufer des Tapti, an der Great Peninsula-Eisenbahn gelegen, md 53400 E., welche sich hauptsächlich mit Handel und der Fabrikation von Musselin und kostbaren Seidenstoffen beschäftigen. Die Mehrzahl derselben sind Hindu, die daselbst aber keine Tempel besitzen, sondern ihre Götzen unter Bäumen oder in Mauernischen verehren. Die meiste Geschäfts tigkeit besteht bei den Borah, einem eigentümlichen, sich sepe schmiliah, d. Ismaeliten nennenden und einen Ursprung auf die Zeit der Kreuzzüge zurückführenden, ein eigenes Stadtviertel bewohnenden mohammed. Stamme. B., 1414 von Mulik-Nasir, einem Fürsten von Khandesch gegründet, war die roße und blühende Hauptstadt dieses Reichs, weles mitunter selbst 0 ihr genannt wird, bis gegen 1599, wo Akbar sie dem Reiche von Delhi einverleibte. Im J. 1685 wurde B. von den Maharatten unter Sumbadschi geplündert und 1720 dem Reiche des Gro Rult en durch den an Maahgtenführer Nizam-al-Mulk entrissen. Den aratten nahmen die Engländer unter Stevenson 1803 B. gaben es ihnen aber bei dem Frieden von Serdschi Andschengaum wieder zurück, sowie auch die in der Nähe auf einem 213 m hohen Felsen gelegene Feste Asirgarh. Letztere mußte 1 9. April 1819 an General Doveton übergeben. An den frühern Glanz von B. erinnern noch jetzt das Lal-Kila oder Rote Schloß, ein teilweise erhaltener, von Albar aus roten Ziegelsteinen erbauter, befestigter Palast, sowie die große, Noschge. genannte, von Aureng-Zeyb erbaute Moschee.