Constabel (lat. comes stabuli, verdorben in comestabilis) der frühere Name der Büchsenmeister und Feuerwerker, denen die Bedienung der Geschütze und Anfertigung der Munition oblag. Im 16. Jahrh. gestaltete sich in Deutschland das Personal der Artillerie zunftmäßig in Gezeugmeister, Büchsenmeister oder C. und die für gröbere Arbeiten bestimmten, meist nur zeitweilig aus dem Fußvolke zugeteilten Stückknechte. Später wurden die C. dauernd in kaiserl. Dienste übernommen, doch war ihre Zahl niemals beträchtlich (im J. 1748 nur 800). In den rhein. Städten nannte man die mit der Herstellung und Bedienung des Geschützes berufsmäßig beschäftigten Bürger Cunstokeler, in der Schweiz Constavel. In einigen Heeren war die Benennung C. für Bombardiere noch um 1850 gebräuchlich, und auf den Kriegsschiffen vieler Staaten werden noch gegenwärtig die Geschützkommandanten als C. und der mit der Leitung des gesamten Geschützwesens des Schiffs betraute Offizier als Oberconstabel bezeichnet.