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ErdkundeBrockhaus 1882

Cornwall, die südwestlichste Grafschaft von England, wird begrenzt im O. von Devon, auf allen andern Seiten vom Atlantischen Ocean, der seine Wellen an einer vielfach ausgezackten Küste bricht und das vulkanische Kap Lizard (mit Leuchtturm) und das granitische Landsend als südwestlichste Vorgebirge Englands umspült. In Harmonie mit dem Gegenlande der Bretagne Inseln die mit Einschluß der vorliegenden Seilly-Inseln 3584 akm umfassende Halbinsel als ein bis gegen 396 m hohes Fels und Hügelland, zusammengesetzt aus öden Felsplatten, uberhöht von kahlen, dunkeln Felsrücken, und an den Kanten ausgezackt. Das vorherrschende Gestein ist devonischer Kalk1 „von großen Massen Granit und Iow. 28 urchbrochen. Der höchste Punkt Brown-Willy (ursprünglich Bryn-uhella, d. i. höchster Hügel), 417 m hoch. Die tiefen Küstengegenden genießen unter vorherrschend maritimem Einflusse die Vorzüge eines äußerst milden Klimas, wie nicht bloß die mittlere Jahreswärme von 12,5 C., die Winterwärme von 9,4˙ und die Sommerwärme von 15,5 C. bezeichnet, sondern noch sprechender das Überwintern der Myrte im Freien und das Bestehen der Pomeranze, des Weins und der Aprikose unter dem winterlichen Schutze einfacher Matten darthut. Die Winde sind sehr heftig und gewaltig wechselnd; die Feuchtigkeit der Luft ist übergroß, und die Ernten sind daher spät. Einzelne Thäler sind außerordentlich fruchtbar. Die höhern Bergebenen zeigen sich rauher. Die Ackerkrume ist hier dünn verstreut, weit ausgedehnte Moorstrecken nicht selten, und die magern Weiden bieten bloß der Schafzucht günstiges Terrain. Es ist daher C. weder ein Land des Ackerbaues noch der Viehzucht, wenngleich drei Viertel des Bodens nutzbar sind; und doch verlockten seine Reichtümer schon in alten Zeiten die Handelsvölker des Mittelmeeres zu weiten Seefahrten. Diese Reichtümer sind die Schätze des Mineralreichs, besonders das Kupfer und das Zinn, welches letztere einst ganz Gubrac den Namen der Zinninseln (Kassiteriden) einbrachte. Für das Kupfer, welches in Swansea (Wales) verschmolzen wird, sind die reichsten Gruben zwischen der Stadt Truro und dem Kap Landsend. ichtiger noch war sonst das Zinn, dessen Hauptminen sich bei Redruth, Helston u. s. w. befinden, das aber in viel und Silbe enge vorhanden ist als Kupfer, Blei und Silber. Jährlich werden an Seifenstein und Porzellanthon nach dem Töpfereibezirk und an Porzellanfabriken große Quantitäten gesendet. Der Bergbau beschäftigt im südwestlichsten Ende, dem an Erzen reichsten Teile Britanniens, neun Zehntel der Bevölkerung, welche 1881: 329484 Seelen zählte, denen aber auch die See ein Feld gewinnbringender Thätigkeit eröffnet. Der Fischfang, besonders auf Pilchards, beschäftigt ebenfalls zahlreiche Menschen. Der cornische (keltische) Typus in der Bevölkerung, meist durch Jahrhunderte mit dem saxonischen an den ph ist dennoch überall herauszuerkennen an den schwarzen Haaren, dunkeln Augen, länglichem Gesicht und der braunen ie cornische Sprache ist erloschen. Schon zu Ende des 16. Jahrh. war sie völlig im Niedergange; im 17. Jahrh. hielt sie sich noch im äußersten Südwesten; zu Anfang des 18. Jahrh. lebte sie nur noch in fünf oder sechs Dörfern, und zu Ende deselben Jahrh. (1768) starb die Fischerfrau Dolli entraeth als die letzte Person der Urbewohner des Landes, welche cornisch sprachen. Die Sprache ähnelt sehr dem Kymreg von Wales und dem Bas-Breton in der Bretagne. Tre -Wohnort, rtsnamen unzähligemal wieder. ‚ Hauptstadt der Grafschaft ist Bodmin (s. d.); früher war es Launceston. Der beste Hafen ganz Englands, nächst Pembroke, rücksichtlich des natürlichen Schutzes ist Falmouth, und der Mittelpunkt des Bergbaues und Zinnhandels Redruth im Südwesten. Die Grafschaft sendet 4 Abgeordnete in rmißt, sind unter K aufzusuchen. das Parlament, 10 andere senden die Städte. Ein Teil der Grafschaft ist Eigentum des Prinzen von Wales, als Herzogtum C. Das Land hatte ursprünglich eigene Herrscher, bis es unter Egbert 823 zu England kam; durch Eduard III. erhielt es 1330 Rang und Titel eines Herzogtums. Val. Murray, Handbook for C. (Lond. 1879) Tregellas, «Tourist's guide to C. and the Seilly Isleso (2. Aufl., Lond. 1880).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 607Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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