FeedDudelsack
MusikBrockhaus 1882

Dudelsack oder Sackpfeife lengl. bagpipe), ein uraltes, schon den Hebräern und Griechen bekanntes, bis um das 18. Jahrh. fast in ganz . 8. verbreitetes und in verschiedenen Ländern (3. B. Polen, Schottland, Italien, dem südl. Frankreich u. s. w.) noch heutzutage unter den Landleuten in Gebrauch gebliebenes, scharf und näselnd klingendes Blasinstrument. Es besteht aus einem ledernen Schlauch oder Sack, der das Windbehältnis ausmacht. Auf der obern Seite desselben befindet sich eine Röhre, durch welche der Spieler den Wind in den Schlauch bläst, den er vor sich hält, um ihn zugleich mit dem Arme an sich zu drücken und dadurch den Druck der Luft zu vermehren. Wur der entgegengesetzten Seite ist ein der Oboe ähn iches Instrument mit sechs Tonlöchern im Schauche befestigt, welches den Wind aus dem Schlauche erhält und wie die Oboe behandelt wird. Nächst diesem sind noch einige in einem tiefen Tone fortklingende Pfeifen, die man Stimmer nannte, an der Seite oder auch oberhalb des Schlauchs befestigt, welche ebenfalls aus demselben den Wind erhalten. Abbildungen des D. lieferten in Deutschland zuerst Virdung und Agricola (1511 und 1528); sie dienen zum Beweis, daß das Instrument unter die beliebtesten des 15. Jahrh. zu zählen ist. Zu Anfang des 17. Jahrh. kannte man (nach Prätorius) vier besondere Gattungen desselben, nämlich den Bock, die Schäferpfeife, das Hummelchen und die Dudey, welche sich jedoch nur durch ihre Größe mntesssren In Calabrien ist dieses Instrument noch allgemein im Gebrauch und manche der dortigen Hirten durchziehen Europa mit demselben, statt der Drehorge 6 d.). Die größte Bedeutung hat der D. aber in Schottland erlangt; hier ist er als Bagpipe ein weltbekanntes Nationalinstrument geworden, unzertrennlich von allem, was schottisch heißt. Die Bagpipe wird bei schott. Regimentern anstatt der Trompeten gebraucht und übertrifft jedes andere Instrument durch ihren weittragenden Ton.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 615Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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