Extemporieren (lat.) heißt einen Berah ne Vortrag sogleich, auf der Stelle (ex tempore), ohne Vorbereitung halten. Das E. auf der Bühne, welches gewöhnlich verboten ist, hat entweder den Zweck, eine entstandene Lücke des Dialogs zu verdecken, oder durch Hereinziehen äußerer, dem Publikum verständlicher Verhältnisse in die Rede des Schauspielers Wirkungen zu erzielen. Das letztere geschieht vorzugsweise in der Posse. Früher gab es durchaus extemporierte Schauspiele in der commedia delb' arte, der Stegreifkomödie.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 489Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei