Farbepflanzen nennt man allgemein diejenigen Pflanzen, aus denen Farben, welche in der Industrie verwertbar sind, gewonnen werden. Früher war die Rubt derselben eine viel größere als jetzt, und die Kultur einiger davon, die besonders wichtig für die Färberei waren, hatte in manchen Ländern große edeutung für die Landwirtschaft gewonnen. Seitdem jedoch die Teerfarbestoffe ausgedehnte Verwendung gefunden haben, ist die Kultur der Farbepflanzen sehr zurückgegangen. Diejenigen F., welche auch jetzt noch für die Färberei wichtig sind, gehören fast sämtlich den außereurop. Florengebieten an. Die sog. Farbehölzer stammen zum Teil aus Südamerika und Westindien, teils auch aus Ostindien. Das Fernambukholz oder Rotholz ist das Holz einiger südamerik. und westind. Arten von Caesalpinia, das beste stammt von Cacsalpinia echinata. (S. Tafel: Farbepflanzen, Fig. 12.) Weniger gute Sorten kommen von Caesalpinia brasiliensis, crista und bijuga. Das sog. Sappanholz, ebenfalls ein Rotholz, stammt von dem ostind. Baume Caesalpinia Sappan, dasselbe wird auch häufig als ostind. Fernambukholz bezeichnet. Das Blanholz oder Campecheholz (log wood) kommt von Haematoxylon campechianum (Fig. 4), einem Baum aus der Familie der Leguminosen. Derselbe findet sich hauptsächlich in Centralamerika, Sudamerika und auf den westind. Inseln. Die beste Sorte Campecheholz soll diejenige von der Westküste Rucatans sein, die unter dem Namen span. Blauholz in den Handel kommt. Das Gelbholz stammt von Maclura aurantiaca (Fig. 9), einem auf den westind. Inseln einheimischen Baume; es findet in der Färberei eine ausgedehnte Verwendung. Ein anderes Holz, welches ebenfalls zum Gelbfärben dient, ist das Fisetholz, es stammt von dem in Südeuropa häufig vorkommenden Perückenbaum, Rhus cotinus. Das rote Sandelholz, von dem ostind. Baume Pterocarpus santalinus, ebenso das Wurzelholz des Sauerdorns, Berberis vulgaris, werden jetzt nur noch wenig benutzt; das erstere diente zum Rotfärben, aus letzterm wurde ein gelber Farbstoff gewonnen. Von einigen Pflanzen werden bloß die unterirdischen Teile zum Färben benutzt; zu diesen gehören vor allem die Färberröte oder Krapp (Fig. 6), Rubia tinctorum, deren Kultur früher eine sehr verbreitete war, in neuerer Zeit aber nach Einführung der Alizarinfarben bedeutend abgenommen hat. Teieen Fr wird noch Krapp in Holland, einigen eilen Frankreichs, Italiens und auch in Süddeutschland, hauptsächlich im Elsaß, angebaut. Der levantinische Krapp, auch Lizari oder izari genannt, wird vorzugsweise in der Levante, aber auch in der Provence kultiviert, er stammt von einer andern Rubia-Art, der Rubia peregrina. Außer diesen beiden Arten liefern noch einige andere derselben Gattung, wie z. B. die ostind. Rubia Munjista, Wurzeln, die zum Rotfärben dienen, doch sind diese im europ. Handel kaum von Bedeutung. Von einer andern Pflanze aus der Familie der Rubiaceen wird ebenfalls die Wurzel zum Rot- und Orangefärben benutzt, nämlich von der ostind. Morinda citrifolia; allerdings ist auch diese Farbeware für die europ. Industrie belanglos, sie verdient immerhin Erwähnung, weil sie in Indien eine ausgedehnte Verwendung zum Färben von Zeugen findet. Ferner gehört hierher die sog. Alkanna (Fig. 10), die zum Färben von Olen, Weingeist und verschiedenen Firnissen verwendet wird. Man verstand in früherer Zeit fälschlich unter Alkanna die Wurzel der im Orient wachsenden Lawsonia inermis, jetzt kommit diese Wurzel jedoch nicht mehr als Alkanna in den Handel, sondern nur noch die von Anchusa tinctoria; die letztere Pflanze kommt in Südeuropa und in Kleinasien vor, die im Handel vorkommende Alkanna 5. Von zum größten Teil aus Ungarn und Frankreich. Von der in Ostindien, Ceylon, Java und neuerdings auch in Westindien kultivierten Curcuma longa kommt die sog. Curcumawurzel, die einen gelben Farbestoff enthält und hauptsächlich zum Färben von Zuckerwerk, Liqueuren u. s. w. benutzt wird. Unter denjenigen Pflanzen, von denen die Blüten oder einzelne Blütenteile zum Färben gebraucht werden, sind hauptsächlich zu nennen der Saflor, Carthamus tinctorius (Fig. 3) und die Safranpflanze, Crocus sativus (Fig. 2). Die erstere Pflanze, die zur Familie der Kompositen 4.2 stammt wahrscheinlich aus Ostindien, wo sie schon seit langer Zeit kultiviert wird; außerdem wird jetzt Saflor in Agypten, Kleinasien, Mexiko, Australien und auch in einigen Ländern Europas angebaut. In Deutschland, und zwar hauptsächlich im Elsaß und Thüringen, wurde im 17. Jahrh. viel Saflorbau getrieben, gegenwärtig wird daselbst nur noch wenig produziert; dagegen lieferte Ungarn, Italien, Frankreich und England ziemlich viel Saflor. Zur Herstellung des Farbestoffs, auch Saflorrot genannt, werden nur die Blüten verwendet. Der Safran, der jetzt nur noch wenig Anwendung findet und fast nur zum Färben von Gebäck, Zuckerwerk u. s. w. benutzt wird, besteht aus den Narben der Bluüten von Crocus sativus, die einen intensiv goldgelben Farbestoff enthalten. Die Safrankultur, die hauptsächlich in Niederösterreich, Frankreich, Spanien, Italien und in der Türkei betrieben wird, ist in neuerer Zeit sehr zurückgegangen. Von hervorragender Bedeutung für die Industrie sind diejenigen Pflanzen, welche Indigo liefern; es gehört hierher vor allem die Indigopflanze, Indigoféra tinctoria (Fig. 8), die hauptsächlich in Indien, Java, Amerika an ebaut wird. Außer der genannten Art gibt es noch mehrere andere Arten dieser Gattung und zugleich zahlreiche Kulturvarietäten, die ebenfalls Indigo liefern. Ferner sind noch einige Pflanzen aus andern Familien zu erwähnen, die gleichfalls Indigo oder indigoähnliche Farbestoffe liefern; es gehören dazu unter andern das in Indien vorkommende Nerium tinctorium und das im nordöstlichen Asien wachsende Polygonnus tinctorium. Von großer Wichtigkeit waren früher diejenigen Pflanzen, welche den sog. Wa id liefern, der vor der Einführung des Indigos na Europa zum Blaufärben benutzt wurde. Die Kultur der Waidpflanze, Isatis tinctoria (Fig. 7), Vaon den zum Gelbfe vorzüglich unoch (Quer oder Gilbkraut gene oden Deutschlands, En fur einigegandere zum gegen, ddie Früchtenn Alaternus, saxatilis sich em (Gelb sicho ten inm ihrem Heimatlande benutzt werden/ ssind fi naoch bbelanglos. Der bezeichnete Farbstoff ste Amerikac einheimisch en Orseille, ssowie dde Arten denselben Farbst einige zurerwähnen, die färben angewendet wer indien einheimischsind, so unter anderm! Euce nalia-Arten) hauptsächl. die munter dem Namer Handellkommen, sowie bezeichneten Hülsen mehr Früchte ssind rreich can! nochtder Sumach roder Gerbenrund Schwarzfär Verwendung findet, si Blättern und Zweigen ländern wachsenden M zielle Artikelh rberei zur Herstellung dersog. ihnen iin in einigen Gegenden Deutsch-gung der ärben Verwendung findenden der Baum, liefert odie ssog. annt, wurde in vielen Gegenzes die Verwendung desselben n. Das letztere gilt auch noch Gelbfärben! benutzte Pflan-Färberginster, (Genista Färberscharte, Serratula über einen großen Teil: von nehrerer Rhamnusarten, mnus infectoria catharticus, finden noch ziemlicheausge⸗ „Früchtereiniger Gardeniaon Gardenia grandiflora, die schon sehn lange zum Färben ürdden europ.-Handel bisjetzt Imit oddem Namen Orleam UBixa orellana,ser wird hier on Speisen verwendet. Die er Lackmus und der sog. werschiedenen Flechtenarten, Gattungen] Roccella, Lecaie Stammpflanze der Orseille mansaus zahlreichen andern toff. (S. Flech ten) ewegen ihres Gehalts an Cafen zum Gerben und Schwarzria Gambir, die beide in Ostsowieviele Eucalyptusarten, alyptus resinifera (Fig.!11), ustralisches Kiwosstammt. ich von Terminalia Chebula, die Früchte von Caesälpinia Gerbstoffen. (Endlich mag rbem des. Leders ausgedehnte iewird gewonnen von den aunten „F. ssiehe deren speintensiven Farbe nicht wahrnehmien, während die an sich farblose Wolle und Seide die darauf niedergeschlagenen Farben erkennen lassen. Von einer chem. Bindung der bedaur kann hier nicht die Rede sein. Es ist zwar behauptet worden, daß Wolle und Seide sich wie Säuren verhielten und manche Farben in salzartige Verbindungen überführten, dieß ist dies auf keine Weise zu rechtfertigen, da diese Fasern ebenso gut, wie sie das Rosanilin aus alkalischer Lösung aufnehmen, auch die Pikrinsäure aus stark sauren Lösungen absorbieren. Das Aborptionsvermögen der Wolle und Seide gegen iese Farben ist ein so mächtiges, daß z. B. in einer Fuchsinlösung, die nur geringe Spuren von Farbe enthält und kaum einen rötlichen Schimmer zeigt, ein Seidenfaden sich noch deutlich rot färbt. Gegen dieselben Farben verhalten andere Fasern, wie „B. Baumwolle, sich ganz indifferent. Bringt man aumwolle in konzentrierte Fuchsinlösung und spült sie nach dem Herausnehmen in Wasser, so bleibt nichts von der Farbe zurück. Solche Farben, welche sich unmittelbar mit der Faser vereinen, hat man substantive Farben genannt. Bei der andern Methode wird die Farbe erst in der zu färbenden Faser durch chem. Zersetzung gebildet. Einer der einfachsten hierher gehörenden Fälle ist die Küpenfärberei mit Indigo (s. Blaufärben), bei welcher die Stoffe in einer Lösung von Indigweiß getränkt werden und dann, der Luft ausgesetzt, sich blau färben. Es dringt hierbei das gelöste Indigweiß durch Imbibitions⸗ und Diffusionsvorgänge in die Faser ein, beim Aushängen an die Luft wird durch die Wirkung des Sauerstoffs das in den Hohlräumen der Faser, wo solche vorhanden sind, oder in den Intermolekularräumen befindliche Indigweiß in unlösliches Indigblau verwandelt, welches an dem Ort seiner Entstehung liegen bleibt, da es als unlöslicher Körper nicht durch Diffusionsvorgänge entweichen kann und in den Intermolekularräumen der Faser festgehalten wird. Ähnlich ist das Nankingfärben. Das Material, meist baumwollene Stoffe, wird mit einer Lösung von essigsaurem Eisenoxydul getränkt und an der Luft getrocknet. Die Eisenoxydullösung dringt in alle Teile der Faser ein, an der Luft verwandelt sie sich durch Aufnahme von Sauerstoff zunächst in basisches Orydsalz, welches die Essigsäure so locker gebunden enthält, daß das Salz schon beim Trocknen sich in dampfförmig entweichende Essigsäure und zurückbleibendes Eisenoxydhydrat verwandelt. Als drittes Beispiel diene die Krappfärberei auf Baumwolle. Die Stoffe werden mit essigsaurer Thonerde getränkt und darauf durch ein Krappbad oder eine Alizarinlösung genommen. Beide Agentien, jede für sich, färben nicht. Treffen sie aber in der Faser zusammen, so entsteht durch chem. Verbindung der Thonerde mit dem Alizarin eine unlösliche schön rote Lackfarbe, die ebenso wie das Indigblau und das Eisenoxydhydrat in der Faser liegen bleibt, weil sie nicht wieder heraus kann. Bei mikroskopischer Untersuchung solcher gefärbten Fasern und namentlich von Baumwollfasern sieht man deutlich den innern Hohlraum mit Stücken von gefärbtem Niederschlag erfüllt. Solche Farben, die erst durch das Aufeinanderwirken von zwei verschiedenen chem. Verbindungen entstehen, hat man, zum Gegensatz von den substantiven, adjektive Farben genannt. über die Bedeutung der essigsauren Thonerde im letzten Beispiel und über die einer großen Anzahl Conversations-Lexikon. 13. Aufl. VI. von ähnlich wirkenden und in der F. vielfach verwandten Körper hat man sich die verkehrtesten Roroer weiche gemacht. Man hat geglaubt, diese Körper, welche man mit dem Namen Beizen oder Mordants zusammenfaßt, übten einen gewissen vorbereitenden, die Aufnahme oder Fixierung des Farbstoffs Fans Alein Einfluß auf den zu färbenden Stoff aus. Allein dies ist durchaus irrig. Die sog. Beizen gehören ebenso gut zur Farbe wie der Zuchebo gebende Körper, und die Gem Verh der Farbe beruht auf der Bildung einer chem. Verbindung zwischen Bestandteilen der Beize und dem Farbstoff. Je nach der diesen Verbindunen eigentümlichen Färbung kann ein und derselbe arbstoff mit verschiedenen Beizen ganz verschiedene arben geben. Tränkt man z. B. einen Streifen eug an der einen Stelle, wie oben, mit essigsaurer Thonerde, an einer zweiten Stelle mit essigsaurem Eisenoxyd, an einer dritten Stelle mit einer Mischung von essigsaurer Thonerde und Eisenoxyd, und führt ihn in eine Alizarinlösung ein, so erscheint die erste Stelle schön rosa, die zweite schwarz, die dritte lila gefärbt, weil die Verbindung der Thonerde mit dem Alizarin rot, die des Eisenoxyds schwarz und die Mischungen beider lila gefärbt sind. Man verwendet Körper der verschiedensten Art als Beizen, so von den thonerdehaltigen Verbindungen: essigsaure, schwefelsaure Thonerde, Alaun, Thonerde-Natron; von eisenhaltigen: essigsaures, holzsaures Eisenoxydul, Eisenvitriol, salpetersaures Eisenoxyd; von zinnhaltigen: Zinnsalz, Zinnchlorid, essigsaures Zinn; Bleizucker, chromsaures Kali, Blutlaugensalz; ferner von organischen Verbindungen: Albumin, Kasein, Tannin, Ol u. a. Je nach der Konzentration der Beizen und der Farbbäder werden verschiedene Farbentiefen und je nach der Mischung der Ingredienzien verschiedene Farbentöne erzielt werden, ferner übt die Temperatur der Farbbäder, lene die Zeit des Verweilens der Stoffe in denselben einen ganz bestimmten Einfluß auf das Aussehen der Farbe, und es kommt in der reichhaltigen Iu unded dieser einzelnen Umstände die Erfahrung und das Geschick des Färbers zur Geltung. Der Zeugdruck (s. d.) unterscheidet sich von der Wesentlich nur dadurch, daß bei diesem nur die tellen des Zeugs gefärbt werden, an denen das Muster erscheinen soll. Dies wird dadurch erreicht, daß entweder die mit einem Bindemittel vermischten Farben auf gleiche Weise wie beim Buntdruck aufgedruckt werden, wobei das Bindemittel von solcher Beschaffenheit sein muß, daß es die Farben dauernd fixiert, oder es werden nur die Beizen aufgedruckt, wodurch beim Passieren durch das Farbbad die mit Beizen bedruckten Stellen gefärbt erscheinen, während alle übrigen Teile des Zeugs farblos bleiben. Die Litteratur über F. ist ungemein groß. Hervorzuheben sind folgende Werke: Persoz, Traité de Pimpression des tissuso (Paris); Schützenberer, «Die Farbstoffer (2. Aufl.; aus dem Französi-He von Herm. Schröder, 2 Bde., Berl. 1873); Bolley, «Chemische Technologie der Spinnfaserno (raunschw. 1867); Reimann, F. der Gespinste „und Gewebey (Berk. 1867); Crookes, practical handbook of dyeing and calico printingo (Lond. 1874); Van Laer, Recueil des principaux procédés de teinturés à mordanto (Verviers 1871); Beckers «Anilinfärberein (5. Aufl., bearbeitet von Reimann, Berl. 1871); Reimanns Färberzeitungy (Berl. 1870—83, 14 Jahrgänge): Musterzeitung r F.» (Lpz. 1852—83, 32 Jahrgänge); «Deutsche ärberzeitunge (Mühlhausen i. Th. 1865—83, 19 hrgänge); Kerl und Stohmann [Muspratt], „Encyklopädisches Handbuch der techn. Chemiey Gd. 2, Art. Färbereir, 3. Aufl., Braunschw. 1875). ärberkamille, Pflanze, s. Anthemis. ärberröte, Krapp (Rubia tinctorum), die wichtigste und zugleich einträglichste Farbepflanze Europas, schon in alten Zeiten hochgeschätzt, in Asien durch Rubia cordifolia vertreten. Aus dem kriechenden, langen, hellblutroten Wurzelstocke der F. erheben sich vierkantige, auf den Knoten mit abwärts gebogenen Stacheln besetzte, ästige Stengel, welche 1—2 m hoch werden; die Blätter, in vier bis sechszähligen Wirteln, sind elliptisch-lanzettförmig, am Rande und am Rückennerven stachelig-scharf; die Blumenkrone ist grünlichgelb, mit länglich-eiförmigen, an der Spitze etwas verdickten, eingebogenen ipfeln, sie erscheinen von Juni bis August; die rüchte sind zuerst rötlich, dann schwarz. Der Name rapp hängt mit dem althochdeutschen Krapfo, Haken, und dem romanisch grapa, grappa, Kralle, zusammen und bezieht sich auf die rückwärts hakigen Stengel der Pflanze. Die ursprüngliche Heimat der nen sind die Mittelmeerländer. Die verschiedenen Varietäten des Krapps sind: smyrnaer, holländischer, neapolitanischer, franischer und deutscher (schlesischer). Für das Klima —— 7• ist ganz besonders der Sm rnaer geeignet. Von ausgezeichneter Güte ist der franz. Krapp, Garance, der in der Provence und in der Levante angebaut wird. Bei diesem ist der Hals des Wurzelstocks, der bei dem schlesischen hohl ist, dicht und voll, die Wurzeln erreichen eine außerordentliche Stärke, enthalten im allgemeinen mehr Splint als Holzfasern und fermentieren leb-Boden Zum erfolgreichen Bau des Krapps ist ein oden mit sehr tiefer, leichter, durchlässiger, humus⸗ und besonders kalkhaltiger Ackerkrume und Feuchtigkeit haltendem Untergrunde nöthig. Die R der F. Iufänse einen gelbroten Farbstoff, Ruberythrinsäure oder Rubian, ein Glycosid, welches durch ein Rar in der Wurzel aufgespeichertes Ferment in Alizarin (s. d.) und Zucker zerfällt. Hierdurch färbt sich die Wurzel nach und nach rot und liefert nun den Stoff, aus dem man in den .5888396 ein ausgezeichnet dauerhaftes Rot, z. B. das brillante türk. Rot, darzustellen versteht. Das Alizarin geht nach und nach in das Purpurin über. Der frische Krapp enthält Ruberythrinsäure, der ältere Ruberythrinsäure und Alizarin, der sehr alte Alizarin und Pururin. Zur Erleichterung des Transports und Bescleunigung der Alizarinbildung verkohlt man den Krapp häufig mittels Schwefelsäure, die den Farbstoff selbst I angreift (Garancine). Seit man das Alizarin auf künstlichem Wege aus dem Steinkohlenteer bereitet, haben die Bedeutung und der Anbau der F. erheblich abgenommen. (Technik). arbhölzer, s. unter Farbepflanzen. arbholzmühle (frz. machine à varloper les bois de teinture; engl. rasping-mill, chippingmill for dye-wood), eine Art Raspel⸗ oder Hobelmaschine, auf welcher die Farbhölzer durch sägenartig gezahnte Stahlblätter oder mittels eines Hobeleisens in feine Späne zerteilt werden.