FeedFolie vom lat. folium
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Folie vom lat. folium, d. i. Blatt, Blattmetal (rz. feuille de métal, engl. foil), Blättchen von allerdünnsten Blech, die aus verschiedenen Metal len, namentlich Silber und Zinn, in allen Farber hergestellt werden. Das dünnste Silberblech (Sil berfolie, echte F.) heißt, auf einer Seite vergol det, Goldfolie; die dünnsten gold-und silberplat tierten Kupferbleche werden unechte F., Kupfer folie, 11* Die echte F. wird besonders zun Fassen der Edelsteine, Glasflüsse u. s. w. (s. unte Edelstein-Imitationen, Bd. V, S. 747˙), die Zinnfolie zum Belegen der Spiegel benutzt. Im bildlichen Sinne versteht man unter F. einen Gegenstand von geringerm Wert, der dazu dient, einen andern hervorzuheben. Fongno ader s. unter Flittern. oligno oder Fuligno, Stadt und Bischofssitz in der ital. Provinz Werugia (Umbrien), 40Kkm im SO. von Perugia, in dem reizenden und fruchtbaren Thale des Topino, in den gepriesenen Auen des Clitumnus, und an der Bahnlinie Florenz-Rom, welche hier nach Ancona abzweigt, hat ganz modernes Aussehen, regelmäßige Straßen und einige ausgezeichnete Gebäude, wie den Palast Barnabd, das Theater, das Stadthaus mit einer Sammlung antiker Grabsteine, die Kathedrale mit einer Kuppel, die ehemalige Franziskaner- und die Augustinerkirche. Hier bestehen eine Unterpräfektur, ein Gymnasium und eine technische Schule. Die 22905 E. (1881) treiben neben anderer Industrie besonders Seidenbau, fertigen Leder, Kerzen, Seife und Confetti und haben ansehnlichen Handel, namentlich mit dem hier und in der Umgegend in großer Menge verfertigten und eines ausgebreiteten Rufs genießenden Papier, sowie mit Seide, welche als eine der besten gilt. Die ehemaligen Festungswälle sind in Spaziergänge verwandelt. ie Kirche San-Nicold u. a. haben Bilder des hier geborenen Niccold Alunno; das hier früher befindliche Gemälde Rafaels, die Madonna di F., ist jetzt im Vatikan zu Rom. — F., das alte Fulginia in Umbria, später ein röm. Municipium, im Mittelalter Fulignum genannt, ward 1281 von den Perugianern zerstört und nach dem Wiederaufbau von der Familie Trinci beherrscht, bis es 1439 der Kardinal Vitelleschi dem Papst unterwarf. In den J. 1739, 1831, 1853 und 1854 litt die Stadt sehr durch Erdbeben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 941Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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