Fontaine, f., frz., ital. fontana, f. 1. Das Wort F. wird zwar jetzt bei uns identischmit Springbrunnen (s. d.) gebraucht, ist aber eigentl. nur ein solcher Springbrunnen, der nicht blos einen einfachen Strahl aufwärts treibt, sondern dessen Wasser verschiedene Figuren bildet, also zu unterscheiden von jet d'eau und auch von eascade, welche beide jedoch einen Theil einer F. bilden können. Im vorigen Jahrh. wurde mit Wasserkünsten viel Luxus getrieben u. man unterschied viele Arten der F., z. B.: I. Der Gestalt nach: F. à bassin, mit tiefliegendem, gegen die Rasenumgebung od dgl. vertieftem Becken; f. Oupe, mit in Stein gearbeitetem, blos schalenförmigem Becken; f. Couverte, mit geschlossenem Oberbecken, aus welchem nur einzelne Ausflüsse das Wasser herablaufen lassen; f. découverte, mit offenem, überlaufendem Ober-2 becken; k. en arcade, f. en buffet, f. en demi-lune, f. ent grotte, f. en portique sind nach den Gegenständen benannt, 4 die sie inihrer Formnachahmen: f. en pyramide, mit vielen immer kleiner werdenden Becken über einander; k. en source quellenförmig arrangirter Brunnen; k. jaillissante, Plätscherbrunnen, durch mehrere nahe bei einander parallel aufsteigende Strahlen bewirkt; k. marine, mit Muscheln, Tritonen re. verziert; k. navale, in Gestalt eines Schiffes; k. rustique, in Felsenblöcken, Steinen etc. verziert; f. satyrique, mit Faunen verziert; f. statuaire, f. symbolique ete. erklären sich selbst. II. Der Lage nach: F. adossée, an ein Gebäude, eine Mauer etc. angelehnt; f. d'encognure, an der Ecke eines Gebäudes; f. en refoncement, in einer Nische; k. isolée; freistehend; übr. s. d. Art. Champignon, Gerbe d'eau, Girande d'eau, Grille d'eau, Rocher d'eau, Voute d'eau eto. Die Anordnung der Fontainen kann natürlich bis ins Unendliche vermanchfacht werden; s. Wasserkünste. — 2. Kessel oder Becken des Taufsteines.