Granit, m. I. Natürlicher Granit (provinz.) Grandstein (Mineral.), frz. granite, m., engl. granite, körniges (daher der Name) Gemenge aus Feldspat, Quarz u Glimmer von vollkommen krystallinischem Ansehen, bei weichem der Feldspat meist vorherrscht. Der älteste dürfte der porphyrartige G., frz. g. porphyrolde, engl. porphyritic g. sein, durch den sich regelmäßig ausgebildete Feldspatkrystalle, meist Zwillinge, gleichsam ausgeschieden, hindurchziehen. Gee, die Turmalin, rothen G., Pinit enthalten, sind neuer. In manchenG.en kommt auch Albit, in anderen, wie im Riesengebirge und Thüringer Wald, Oligoklas in Körnern und kleinen Krystallen vor. Im Schriftgranit oder hebräischen Stein, frz. g. graphique, hébralque, pegmatite f. graphique, engl. graphie g., hat sich der Glimmer mehr u. mehr zurückgezogen, erscheint hin u. wieder zusammengedrängt oder fehlt ganz. Die Feldspatblätter sind durchwachsen mit Quarzkrystallen, die gewunden oder verdreht, kurz in ihrer Ausbildung gestört sind und meist dunkel und schrift ähnlich auf dem hellen Feldspatgrund erscheinen. Der G. mit sehr viel Hornblende heißt Hornblendegranit, frz. g. amphibolique; der schönste ist der rothe, auch ägyptischer G. genannt; der sog. gestreifte od. geaderte G., frz. g. veiné, strati-Ae, ist granitischer Gneis; G. ohne Feldspat heißt Greisen. Am seltensten ist der grüne, am häufigsten der grau od. der schwarz u. weiß gesprenkelte G. Die gröberen Sorten des Gs werden zu Trottoirplatten, Pflaster⸗ und Bausteinen verwendet; spez. Gew. ca. 2,. —3,5. Bon dem Verhãltnis der Gemengtheile hängt die Farbe ab. Der Feldspat giebt dem G. seine Hauptfarbe; er kommt darin gewöhnlich weiß, grau, roth, gelb u. grün vor; Quarz weiß oder grau, der Glimmer grau, seltener schwarz. Feinkörniger G. nimmt zwar schwer, aber feine Politur an, so daß er, wenn auch nicht zu architektonischen Verzierungen, so doch zu glatten Säulenschäften, Platten u. Postamenten zu gebrauchen ist. Die Blöcke werden zuerst vermittels eiserner oder hölzerner Keile gespalten u. sodann mit Spitzeisen, Hämmern und Meißeln bearbeitet. Zum Schleifen eignet sich besonders der quarzreiche u. glimmerarme G.; es geschieht mittels scharfen Quarzsandes u. Wassers, indem man mit eisernen Platten darüberfährt. Später wendet man nassen Schmirgel in verschiedenen Abstufungen an. Zum Poliren gebraucht man Colcothar mit Wasser auf einem filzbekleideten Reiber, bei kleineren Gegenständen ungelöschten Kalk mit Branntwein; f. auch d. Art. Eurit, Bausteine a., Chaussee etc. II. KRünftlicher Granit. Einer flüssigen Mischung aus Oel oder Talg und Harz setzt man das doppelte Gewicht gepulverter Kreide zu, vertheilt Alles gleichmäßig u. formt Brote daraus; deren eines oder mehrere schmilzt man in einem Tiegel, und wenn die Masse fließt, werden kleine Stückchen zerhauener Taue oder andere Faserstoffe unter stetem Umrühren zugethan, dann nach innigein Vermengen noch zwei Stunden fortgesotten. Die Masse wird dann in Formen gegossen und wird sehr hart, so daß man Eisenbahnschwellen, Pfeiler, Säulen etc. daraus herstellen kann; s. Repertory of Patent inventions 1839, S. 348. Vgl. auch Granit-Graßay. III. Um Grauit im Anstrich nachzuahmen, bedient man sich des Spreng⸗ oder Spritzpinsels, mit welchem man die verschiedenen Farben aufträgt, welche die einzelnen Körner des G.s verlangen. Am häufigsten nachgeahmt werden die sogenannten antiken Granitarten. Hierher gehören: 1. Der rosenfarbene orientalische G. Derselbe hat kleine rosenrothe, weiße u. schwarze Flecke. Der Grund muß grau u. rosenroth angelegt werden. — 2. Der rothe G. Aegyptens. Varietät des vorhergehenden, nur sind die rosenrothen Körner durch rothe ersetzt, auch bringe man einzelne grüne Körner an. — 3. Der grüne antike G. hat hellgrauen Grund mit übersäeten kleinen schwarzen und hellschiefergrauen Punkten, sowie hier und da kleine, weiße und graue, ins Rosenrothe spielende perlmutterähnliche Flecke. — 4. Die ägyptische Breccie besteht Fig. 2033. Friedhof bei Kairo. aus einer Menge abgerundeter Fungmene (s. Breceie) von grünem, gelbem, rothem Granit etc. — 5. Gewöhnlicher G. Zur Grundfarbe nehme man Bleiweiß mit Lampenschwarz u. etwas Fernambuklack bis zur Erreichung einer hellen Bleifarbe. Man trage dann eine schwarze Jaspirung auf, ferner ein Blaßroth, u. fülle kurz zuvor, ehe die Grundfarbe trocken geworden, mit Weiß aus re. Granitelle, f. (Miner.), ganz kleinkörniger Granit.