FeedHanfhahn
Sitten & ModeBau-Lexikon 1881

Hanfhahn, Femel, Fimmel, Staubhauf, Sünderhanf, frz. aber eigenthümlicherweise ehbanvre m. femelle, à fleurs, engl. female hemp; die weibliche hingegen Hanfbiene, frz. chanvre male, &fruits, engl. male hemp. Den alten Aegyptern war er unbekannt, dagegen ward er von den Kelten gebaut. Wild findet man ihn in Nordindien und Sibirien. Die Fasern des Stengels sind sehr haltbar, werden deshalb zu Tauwerk u. dergl. verarbeitet; Papier aus denselben dientzu Kassenbillets. Hanfblätter u. Blüten enthalten betäubende Stoffe, die Samen geben Hanföl. — 2. Afrikanischer hauf sind die Fasern aus den Blättern der Sanseviera guineensis W. (Fam. Aloẽgewächse), die im tropischen Westafrika einheimisch ist. — 3. Bowstringhauf besteht aus den Blattfasern der Sanseviera z2eylonica W. auf Ceylon. — 4. Aloéhauf, engl. aloe fibre, wird aus den Blattfasern der gemeinen Aloe, ebenso in Ostindien aus Aloé littoralis hergestellt. Man versteht unter diesem Namen, frz. agave, f., auch die festen Fasern der amerikanischen Agave (Agave americana), die am Mittelmeer, und die der gemeinen mexikanischen Agave (Agayve mexicana), welche in Mittelamerika kultivirt und zu Stricken, Tauen u. dergl. benutzt werden. — 5. Mlanillahanf, Abaka, 1., frz. abaca, m., chanvre de Manille, engl. abacca, wird auf Luzon dargestellt aus den Blattfasern einer Musaart (Musa textilis N. a. E., Fam. Uranieae).— 6. Bengalischer hanf sind die auch unter dem Namen Sun bekannten zähen Fasern der binsenartigen Klapperhülse (Orotolaria juncea L., Fam. Leguminosae, Schmetterlingsblümler). Man baut das Gewächs in Ostindien und fertigt aus den Fasern Packtücher, Seile, Netze u, dgl. — “. Chinesischer hanf wird auch die als Faserpflanze weiße Nessel (Boehmeria nivea Hook., Fam. Nesselgewächse, Urticeae) genannt, deren schöne Fasern zu Anfertigung der chinesischen Leinwand (Grass-cloth) dienen. — 8. Indlanischer Hanf sind die Fasern des hanfartigen Hundsgiftes (Apocynum cannabinum L., Fam. Apocyneae), die in Amerika zu feinen, seidenartigen und dauerhaften Zeugen verarbeitet werden.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 8Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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