Lytrode, f., frz., rother Fettstein, Nephelin. Oliothek Heidelberg M. 1. Zahlzeichen bei den Römern, ursprünglich CI5 oder CD, woraus T, dann (M, endlich Mwurde, als Anfangsbuchstabe von mille, tausend 1000, MAI 2000, M = 1000 000. Bei 222 Hebräern 75 oder = 40, im Griechischen . — 0, 4. 40000.— 2. Als Abkürzung auf Inschriften für Manlius, Marcus, Muccius, Magister ete. MA, auf mittelalterlichen Inschriften für Magister artium, Werkmeister. Maaden, n., holländ. Mäß = 3096 Par. Kubikzoll. Mäander, m e frz. méandre, m. „engl. Vitruvian 153—5 griech. ι³ννdeοe, auch lauf ender Hund genannt, n 2574 a. als Fries. nommen, in Bezug auf die Aehnlichkeit der Verzierung mit den vielfachen Krümmungen dieses Flusses; auch diente diese Wellenlinic den Griechen stets bei plastischen Arbeiten zu Andeutung des Wassers. Man hüte sich vor der Verwechselung mit à la Labyrinth; s. d. betr. Art. Fig. 2574 b. . 58 b. Mäander ale d als Krönung. Maanellus, n., lat., Glocke mittlerer Größe. Maasofen, m (Hüttenw. ), kleiner (an der Maas ursprünglich zuerst gebrauchter) Eisenschmelzofen, der nur 24 Stunden geht. Maaß, n., Maaßbalken, Maaßbret etc. s. unter Maß, Mäßbalken 2. Macabre, f., franz., Todtentanz (s. d.), von ohorea Machabaeorum abzuleiten. Macadamising, s., engl., Makadamisirung. Macellum, n., lat., ital. macello, gr. uανον, Platz od. Gebäude zum Verkauf fertig zubereiteter Speisen, Garküche, auch fülschlich mit Schlachthaus übersetzt; dies heißt lat. macera, mactatorium. macerare, trs. Z., ital. „aufstocken, s. Iayer. Maceria, f., lat., griech hcedy, I. lat. auch maceratum opus, ital. macera, maceria, mauriccia Mauerwerk aus Steinblöcken ohne Mörtel; auch 0 ltes mörtellos gewordenes Mauerwerk. — 2. ital macia „Piséemauer aus Ziegeln, die aus kleinen Steinen und Lehm bereitet waren. HEIDELBERG O Universitats Machaerium, uv., lat., f. d. Art. Jacarandenholz. Machecouli od. machécouli, m., frz., engl. machioOοly od. mace, altfranz. moucharaby, Pechnase, daher machecoulis, m. pl., engl. machicolation, Pechnasenreihe; vgl. d. Art. Burg. schlag. Machina, f., lat., frz. und engl. machine, gr. uπνν, s. d. Art. Maschine. Machoire, f., franz., 1. Scherblatt. — 2. Backen des Schraubstockes. Macht, allegor. Darstellung, s. d. Art. Ansehen. Mächtigkeit, k. (Bergb.), frz. puissance, engl. thickness; M. einer Lagerstätte nennt man deren Höhe, M. einer Bank im Steinbruch, frz. étanfiche, ebenfalls deren Höhe oder Dicke. Macigno, m., ital., harter Bruchstein, zu Mühlsteinen (ital. macine) und Gründungen, sowie Mauern anwendbar, aber nicht glatt behaubar. macinare, trs. Z., ital., Farbe reiben, geschieht mit der macinello, d. h. hölzernem Farbenstößel, durch den Macinatore, d. h. Farbenreiber. Macker, m. (Schiffszimm.), großer eiserner Hammer. Macle f. hyaline, franz., s. Andalusit. Maçon, m., franz., engl. mason, lat. machio, macio, matio, m., Maurer; m. en brique, engl. brick-mason, bricklayer, Ziegelm.; m. en pierre vive, en pierres de taille, engl. ree-mason, freestone-mason, Haustein-M., Quader-M.; m.-poseur, m. en moëllons, engl. vough-W.) Tough-setter, Bruchstein-M. Maçonnage, m., frz., engl. masons'-Work, Maurerei, Maurerarbeit, 2a. en brique, Ziegelmaurerei etc. magonner, v. tr., frz., engl. to wall, mauern; m. par Epaulées, fluchtlos, in Absätzen mauern; m. par retraites, abtrappen. Maçgonnerie, f., franz., 1. auch ouvrage de m., engl. masonry, walling, muring, das Mauerwerk, Gemäuer; m. en blocage, de remplage, Füllmauerwerk; m. en briques, de brique, engl. brick-masonry, Backsteinmauerwerk, Ziegelmauerung; m. en liaison, engl. bound m., das in Verband aufgeführte Mauerwerk; m. limousine, das unakkurate Gemäuer; m. VVë, m. en pierres de taille, engl. free-masonry, das Quader-M., m. en torchis, das Wellerwerk. — 2. Auch laison, der Mauerverband (s. d.); m. Croisée, der Kreuzverband etc. Maculatur, k., 1. Maculaturpapier, frz. waculature, k., papier de rebut, engl. waste-paper, dient zum Unterkleben der Tapeten, frz. dessous de papier, engl. liningpaper. — 2. (Maurer) Steingerölle, welches bei dicken Mauern zu Ausfülle benutzt wird. Madder, s., engl., Krapp. Madeiramahagoni, n. (Bot.), s. acajou batard. Mader, m. (Bergb.), staubige oder feuchte Erdart. Madera, f., span., altengl. maderemme, lat. Masre-Sbibliothe Heidelberg mium, masria statt materia, Holz, Bauholz; maderada, Baufloß, Nußholzfloß; maderaje, Zulage; m. rolliza, Rundholz; m. serradiza, getrenntes Holz; madero, behauenes Holz; m. de la ligazon, Inholz. Mad-house, s. engl., das Irrenhaus. Madonna, s. d. Art. Maria. Madre, f., frz., engl. maze, lat. mazer, Maser (s. d.) in Holz, Nchat Madre, f., ital., Matrize. Madreperla, f., ital., Perlmutter. Madrevite, f., ital., Schraubenmutter. Madrier, m., franz., starkes Bret, Bohle, Pfoste, bes. Eichenpfoste; m. du plancher, Brückenbohle, Bahndiele; demi-m., Halbbret, Halbdiele; m. de plateforme, de tabloin, s. Batteriediele. Madrissu, f., mohammedanisches Kloster, Klosterschule in Persien. Madrure, f., 1. du bois, Maserung, Fladerung des Holzes — 2. Marmorirung. Maenianum, n., lat., 1. Erker, Balkon, Trompetergang, s. Balkon; — 2. wägrechte Abtheilung von Theatersitzen, zwischen je zwei Praecinctiones. Vgl. moenianum. Masremium, n., lat., s. Madera. Mägalium, Mäpalium, n., lat., Hütte, bes. Strohhütte der barbarischen Völter, z. B. der Germanen. house, ital. magazzino, fondaco, span. almacen, lat. conditorium. Dieselben erhalten je nach den darin aufzubewahrenden Gegenständen verschiedene Einrichtung. Ueber die Konstruktion vgl. d. Art. feuerfest. I. Getreidemagazin, lat. horreum. Einiges über die Größe s. in d. Art. Getreideboden; vgl auch d. Art. Scheune. Eine Etagenhöhe von 2½½ 2,½% m. im Lichten reicht aus. Die Tiefe der Getreideme beträgt am besten 8/½—12 mn., nicht gern über 20 m. Die Fenster u. Läden bringe man nicht zu hoch an, etwa mit 50 em. hoher Brüstung, mache sie aber so hoch wie möglich; den Fußboden des untersten Geschosses lege man mindestens 50 em. über dem äußeren Niobeau; der Fußboden besteht am besten aus gespündeten Bretern. Die Balken dürfen in Preußen höchstens 1 m. von Mittel zu Mittel liegen, die Unterzüge lege man höchstens 4½ m. lang frei. II. Für Mehl. Das Mehl wird in der Regel in Tonnen aufbewahrt. Diese sind etwa 80— 95 em. lang, 55—67 em. im Bauch stark, liegen zu zweien od. dreien über einander u. in zwei Reihen neben einander. Die Gänge dazwischen seien mindestens 1,½%½ m. breit. Dadurch ergiebt sich der erforderliche Raum. Die Geschoßhöhe sei mindestens 2½ m. im Lichten. III. Für Salz. Bei derselben Tonnengröße wie bei II. kommen beis Tonnenlagen über einander ungefähr 850kg. auf 1 cm.; die Geschosse seien mindestens 2⅛½ m. hoch, die Windenlöcher 1⅛½ m. breit, 1,0 M. hoch mit Klappthüren. IV. Für Brennholz. Gut verdacht, aber dabei möglichst luftig; s. auch d. Art. Holzschuppen. V. Für Steinkohlen. Gut ventilirt, ziemlich feuersicher und möglichst zum Hineinfahren eingerichtet. VI. Für Pulver, s. Pulvermagazin, Batteriemagazin etc. VII. Für andere Wären, s. d. Art. Speicher. mager, adj. frz. maigre, ital. magro, nennt man 1. behauene Steine od. Zapfen, welche zu klein sind, — 2. Kalksteine, die viel fremde Gemengtheile enthalten, s. Kalk; — 3. Kalkmörtel, welchem zu viel Sand beigemischt ist; — 4. Mineralien, welche sich nicht schlüpferig anfühlen. Mages, s. d. Art. Hymen. Magister w. operis, m. fabricae, m. lapidum, de Pétra, mi. de lapidibus vivis, lat., frz. mattre des Oeuvres, de maçonnerie vive, in Languedoe mastre de Peyra, peyriers (Peyrerius), Werkmeister, s.d. Art. Bauhütte 2; m. Casarius, Wohnhausbaumeister; m. comaeinus, Meister aus der Gegend von Como, m. Antelami, BERG O Universitatsbibliothe Meister aus dem Thal Antelamo; diese Benennungen kommen unter den Longobarden vor. Magistrallinie, Gürtellinie, k, und Magistrulgallerie, s. v. w. Escarpengallerie, s. d. Art. Festungsbaukunst. Maglio, m., ital., s. maillet 1. und Mail 1. Magnano, m., ital., Schlosser, der bes. Thürschlösser und andere feinere Arbeiten macht. Magnanerie, coconière, f., franz., Seidenrauperei. Magnesta, f. (Miner.), frz. magnésie, f.; engl. magnesià, auch Falkerde, Bittererde (s. d.) genannt, gehört zu den verbreitetsten Stoffen in der Natur; in Verbindung mit Kohlensäure und Kieselsäure bildet sie den Hauptbestandtheil mehrerer Gebirgsarten, z. B. des Dolomit, Magnesit, Talk re. In Säuren ist die M. leicht löslich u. bildet mit diesen Salze, welche sich im allgemeinen durch einen widerlich bittern Geschmack auszeichnen. Ueber den Gebrauch s. d. Art. hydraulischer Mörtel 1., Bittersalz etc. Magnesian limestone, s., engl. (Miner.), Zechstein, s. d. Art. kalkige Gesteine o. Magnestt, m. (Miner.), frz. magnésite, f., engl. magnesite, die in der Natur sich in 2 Formen findende neutrale kohlensaure Magnesia. Magnesitspat, Bitter⸗ od.Calkspat, s. Bitterspat, nennt man dasjenige Mineral, welches sich in Rhomboédern, ähnlich wie Kalkspat, krystallisirt findet, während man das mehr krystallinisch grobkörnige od. dichte Massen von weißer oder grauer Farbe bildende Mineral derben M. nennt. Dieses letztere Mineral findet sich namentlich in Mähren u. Schlesien und dient zu Darstellung [der Magnesiasalze, namentlich für die Fabriken künstlicher Mineralwässer, zu Entwickelung der Kohlensäure. Magnesium, n. (Chem.), das in der Magnesia enthaltene Metall, gewinnt man, indem man ein völlig trockenes (Gemenge von 6 Theilen wasserfreiem Chlormagnesium mit je 1 Th. Chlorkalium, Flußspat und Natrium in einen glühenden Tiegel einträgt. Das M. ist ein silberbweißes, dehnbares Metall von 15 spez. Gew., welches beim Erhitzen an der Luft mit blendend weißem Licht zu Magnesia verbrennt. Man hat es daher in der neuesten Zeit in Drahtform als Magnefiumlicht für Zwecke der Photographie, wo dieselbe künstliche Beleuchtung bedarf, angewendet. Magnet, m„frz. aimant, m., engl. magnet, natürlicher und künstlicher etc., s. d. Art. Magnetismus. MWagneteisen, Magneteisenstein, oktasdrisches Eisenerz, n. (Miner.), frz. ker m. magnétique, engl. magnetic iron-Ore, load-stone, ist eines der vorzüglichsten Eisenerzeu. liefert schon durch einfaches Ausschmelzen mit Kohle u etwas Zuschlag ein vortreffliches Eisen, welches sich zu Stabeisen, auch zu Stahlfabrikation vorzugsweiseeignet. Die Grundform desselben ist das Oktasder, welches nicht selten mit anderen helosdrischen Formen kombinirt erscheint. Das Magneteisenerz wird vom Magnet angezogen und istmitunter selbst magnetisch. Es findet sich in großer Verbreitung in Lagern und Stöcken; bes. in großer Menge und Verbreitung kommt es in Schweden und Norwegen vor. Zu Dannemora u. Arendal in Schweden wird vorzügliches Stabeisen und ausgezeichneter Stahl aus ihm gewonnen. Seine Farbe ist eisenschwarz bis stahlgrau, das Pulver tief schwarz, in Salzsäure löslich. In verschiedenen Magneteisensteinen tritt Citancisen als Beimengung auf. Man findet sie zusammengesetzt aus 8 bis 10 Th. Titanoxyd, 59—61 Th. Eisenoxyd u. 29—31 Th. Eisenoxydul; s. auch Hochofen II., Hornblendeschiefer etc. Magnetismus, m., Maguet, m., Magnetnadel, t. (Phys.). Mit dem Namen Magnetismus, frz. magnetisme, m., bezeichnet man einen eigenthümlichen Zustand oder eine Eigenschaft, welche gewisse Körper unter günstigen Umständen annehmen können. Die Ursache dieses Zustandes ist eine der Elektrizität ähnliche Naturthätigkeit, u. Körper, welche im magnetischen Zustand sich befinden, geben es durch eine wechselseitige Wirkung, Abstoßung und Anziehung, welche der elektrischen Abstoßung und Anziehung nek Heidelberg LDF ähnlich ist, zu erkennen. Im Mineralvreich finden sich gewisse eisenhaltige Mineralien, welche dieEig enschaftzeigen, i Eisen anzuziehen und festzuhalten; solche Körper werden natürliche Magnete, franz. aimant naturel, engl. native magnet, genannt. Der eigenthümliche Zustand der natürlichen Magnete kann durch gewisse Manipulationen auf gewöhnliches Eisen, bes. auf Stahl, übertragen werden. Man nennt solche in magnetischen Zustand versetzte Körper Rünstliche Magnete, frz. aimant artificiel, engl. Artificial magnet. An gewissen Sellen magnetischer Stäbe ist die Kraft in auffallend größerer Stärke als an anderen vorhanden. Diese Punkte liegen gewöhnlich an den Enden und werden die Pole des Magnetes genannt. Zwischen diesen Polen befindet sich eine Stelle, die gar keine magnetische Kraft zeigt, die sogenannte nentrale Jone oder der magnetische Aequator. Ein magnetisches Stäbchen in horizontaler Lage frei aufgehängt, beginnt zu schwingen und nimmt zuletzt eine Ruhelage an, in welche es, wenn man es aus dieser Lage entfernt, immer von neuem wieder zurückkehrt. Die Richtung der Ruhelage geht von Nord nach Süd; die vertikale Ebene, welche man durch diese Richtung sich gelegt denkt, heißt der magnetische Meridian; er fällt nicht genau mit dem geographischen zusammen; der Winkel, um welchen beide von einander abweichen, die Deklination, ist an verschiedenen Orten der Erde, sowohl ihrer Größe als auch ihrer Art nach, verschieden. Bei uns ist die Deklination eine westliche; nach Westen zu, in einer bestimmten Gegend Nordamerika's, ist die Deklination =0. Weiter westlich wird die Deklination eine östliche, bis siein Asien wieder O wird. Durch zahlveiche Versuche sind fast an allen Punkten der Erdoberfläche die Deklinationen genau festgestellt. Man bestimmt mit Hülfe eines magnetischen Stäbchens, in dessen Mitte ein Achathütchen angebracht ist, welches auf eine Spitze zu liegen kommt, die Deklination und ist im Stande, aus der Deklination, welche dieses Stäbchen, die Magnetnadel genannt, zeigt, genau den Längengrad aufzufinden, in dem man sich befindet. Ein zu diesem Zweck konstruirtes Instrument heißt Kompaß (s. d.). Hängt man einen Magnetstab so auf, daß er sich frei um seinen Schwerpunkt drehen kann, und stellt dann das Stäbchen in die magnetische Meridianebene, so wird man beobachten, daß die Nadel eine von der Horizontalen bedeutend abweichende Stellung einnimmt, und zwar stellt sich bei uns der magnetische Nordpol der Nadel unter⸗, der andere Pol oberhalb der Horizontalebene. Diese Abweichung von der Horizontalebene nennt man die Inklination der Magnetnadel. Wenn man diejenigen Punkte der Erdoberfläche, bei denen die Inklination O ist, mit einander verbindet, so erhält man eine krumme Linie, welche man den magnetischen Aequator nennt. Es giebt zwei Punkte auf der Erdoberfläche, in denen eine so aufgehängte Nadel senkrecht steht. Der eine Punkt liegt 70° 5, nördl. Breite, 263 14“ Länge östlich von Greenwich; hier ist der Nordpol der Nadel nach unten gekehrt. Der andere Punkt, in welchem der Südpol der Nadel nach unten gekehrt ist, liegt 68e südl. Breite u. 146 Länge. Diese beiden Punkte sind die magnetischen Erdpole. Das Verhalten der Magnetnadel auf der Erdoberfläche gegen die Erde läßt uns schließen, daß die Erde selbst magnetisch ist. Die Ursache des Erdmagnetismus läßt sich nicht mit absoluter Sicherheit angeben; jedoch ist man geneigt, anzunehmen, daß der verschiedene Wärmezustand unseres Erdkörpers den Magnetismus bedingt. Man weiß, daß Metalle, metallische Körper verschiedener Natur oder auch gewisse Mineralien, wenn sie ungleichmäßig erwärmt werden, elektrisch, d. h. von einem elektrischen Strom durchkreuzt werden, welcher Strom in ganz bestimmter Richtung geht, die abhängig von der Erwärmungsstelle ist. Die Erde bietet nun bei ihrer Drehung um die Achse den Sonnenstrahlen ununterbrochen andere Theile zur Erwärmung dar; es erfolgen dadurch in be-HEIDELBERG O Universitats stimmter Regelmäßigkeit Temperaturschwankungen. Die im Innern der Erde sich findenden elektrisirungsfähigen Substanzen müssen infolge ihrer ungleichmäßigen Erwärmung von einem elektrischen Strom durchkreuzt werden, u. da die Erwärmung der Erde regelmäßig von Osten nach Westen fortschreitet, so muß der erzeugte elektrische Strom einen bestimmten gleichartigen Lauf haben. Da nun jeder elektrische Strom magnetische Wirkungen ausübt, so kann man dem um die Erde in bestimmter Richtung fortwährend kreisenden Strom dieselben Wirkungen wie einem großen Magnet zuschreiben. Der Erdmagnetismus steht in inniger Beziehung zu den Aordlichtern, zu gewissen Temperaturveränderungen, zu den Erdbeben etc., wofür bes. die plötzlich auftretenden Störungen der Magnetnadel sprechen. — gerstelung der Magnete. Um ein Stück Stahl dauernd magnetisch zu machen, bedient man sich verschiedener Methoden. Die einfachste Methode, der sog. einfache Strich, ist die, daß man mit dem einen Pol eines fertigen Magnetes wiederholt der Oberfläche des Stahlstäbchens entlang immer in gleichem Sinn nach dem andern Ende des Stäbchens streicht. Ein anderes Verfahren, der Voppelstrich, dient zum Magnetisiren ziemlich starker Stahlstäbe. Die ungleichartigen Pole zweier gleichstarken Magnete werden in der Mitte der zu magnetisirenden Stahlstange aufgesetzt und gleichmäßig nach den Enden zu bewegt Diese Manipulation, öfter in derselben Weise wiederholt, liefert zuletzt einen sehr kräftigen Magnet. — Die Verwendung des M. zu Herstellung von magnetoelektrischen u. elektro-magnetischen Motoren unterliegt noch immer erneuten Versuchen und Untersuchungen, scheint aber eine große Zukunft zu haben. Wir müssen uns hier versagen, Näheres darüber zu bringen, s. jedoch d. Art. Motor.