Monastir, auch Bitolia und Toli-Monastir genannt, Hauptstadt eines Sandschaks des Vilajets Salonichi in der europ. Türkei, liegt auf einer Hochebene am Dragorbach, einem der Zuflüsse der Schwarzen Rjeka, welche letztere in den Vardar einmündet. Im Straßensystem der Balkanhalbinsel hat der Punkt insofern Bedeutung, als die Verbindung mit Salonichi, von welcher Stadt er 180 Km entfernt ist, einerseits mit Soöhia und andererseits mit der adriatischen Küste, über ihn hinführt. Eben hierauf beruht M.s Wichtigkeit für den Import und Export, wie für den Binnenhandel der europ. Türkei. Die 16000 sehr gewerbfleißigen E. sind überwiegend arnautischer Abkunft, außerdem Walachen, Bulgaren, Juden und Zigeuner. In der fruchtbaren Umgegend wird Weizen, Kukuruz, Tabak, auch Krapp gebaut. Das Weichbild ist dicht bevölkert; aus den umliegenden Dörfern begibt sich alljährlich, bei Beginn der guten Jahreszeit, ein großer Teil der Bewohner nach den Großstädten des Reichs, namentlich nach Konstantinopel, Smyrna und Salonichi, um als Zimmerleute, Maurer u. s. w. zu arbeiten.