Wolframit (oder Wolfram), das hauptsächliche Erz zur Darstellung des metallischen Wolframs, krystallisiert in monoklinen, teils kurz säulenförmigen, teils breit tafelförmigen, oft schalig zusammengesetzten Individuen mit vertikal gestreiften Flächen der Prismenzonen, auch mit Zwillingskrystallen nach mehrern Gesetzen; daneben finden sich derbe, stengelige, schalige und großkörnige Aggregate. Dem Klinopinakoid geht eine sehr vollkommene Spaltbarkeit parallel. Die Härte beträgt 5 —5,5, das spezifische Gewicht 7,4 — 7,4. Das Mineral ist bräunlichschwarz, von metallartigem Diamantglanz auf Spaltungsflächen, außerdem oft Fettglanz, gewöhnlich undurchsichtig, doch kommen auch Varietäten vor, welche in dünnen Lamellen durchscheinen. Chemisch sind die W. isomorphe Mischungen von wolframsaurem Eisenoxydul und wolframsaurem Manganoxydul, in schwankenden Verhältnissen, also XEe WO. ÆHYVMN WO., daher manganreiche und eisenreiche Varietäten unterschieden werden können, von denen jene (3. B. die von Zinnwald) durch rötlichbraunen Strich und geringeres spezifisches Gewicht, diese (z. B. die von Ehrenfriedersdorf) durch schwärzlichbraunen Strich und größeres spezifisches Gewicht ausgezeichnet sind. Auch seltenere Stoffe, wie Niobsäure, Jantalsäure, Indium, Thallium sind in geringer Menge in einigen W. nachgewiesen worden. Von Salzsäure wird das Pulver in der Wärme und an der Luft vollkommen zersetzt, wobei ein gelblicher Rüchstand bleibt, der sich in Ammoniak größtenteils löst. Der W. ist der stete und ausgezeichnete Begleiter des Zinnsteins im Erzgebirge (Zinnwald, Geyer, Ehrenfriedersdorf), in Böhmen (Schlaggenwald) und in Cornwall; ausnahmsweise findet er sich auf den Bleiglanzgängen von Neudorf auf dem Unterharz, zu Chanteloube bei Limoges und zu Adontschilon bei Nertschinsk in Sibirien auf Quarzgängen im Granit; im auffallenden Gegensatz zu diesen Vorkommnissen im alten meist granitischen Gebirge erscheinen zu Felsöbänya in Ungarn spanförmig dünne Krystalle des W. auch auf Klüften des dortigen Trachyts.