FeedPfannenblech oder Pfanneneisen
BaukunstBau-Lexikon 1881

Pfannenblech oder Pfanneneisen, n., starkes Blech, woraus die Salzpfannen gemacht werden; s. Blech. Pfannendach, n. (Hochb.), engl. pan-tiling, s. unter Dachdeckung A. I. 5. Pfannenloch, n. (Salzw.), Ofenloch unter den Salzpfannen. Pfannenstein oder Kesselstein, W., 1. frz. dépöts, sédiments, m. PI., incrustation f. dans les haudières, engl. Water-fur-stone, Steinkruste, die sich in Pfannen und Kesseln ansetzt. — 2. Eine Art Schiefer. — 3. Auch Pfannenziegel, s. Dachpfanne. chureh, lat. ecelesia parochialis, e. Curata, e. diocesana, e. Plebeiana; pleberium, parochis, ital. pieve, s. d. Art. Kirche, sglise, Church etc. Pfarrhaus, n., Pfarrwohnung, Pfarre, Pfarrei, l., franz. Cure, f., presbytère, m., engl. rectory, manse, lat. domus parochi, pastoria, f., Wohnung für Geistliche. Sie unterscheide sich von gewöhnlichen Wohnhäusern durch solide Bauart, durch einfache, ernste Architektur. Man bringe, wenn möglich, eine Kapelle darin an. Auch darf ein Zimmer zum Konsirmandenunterricht nicht fehlen. Pfau, m., bei den Alten Attribut der Juno und des Argus, Symbol der Allwissenheit und Wachsamkeit, doch auch der Eitelkeit. Da römische Kaiserinnen oft nach ihrem Tod als Juno dargestellt wurden, so brachte man auf Münzen zu ihrem Andenken den P. an; in Anlehnung an diesen Brauch ward er in der christlichen Kunst Symbol der Unsterblichkeit, s. M. M. a. W. Pfauenholz, n. (Bol.), s. d. Art. Ahorn 1. pfechten, trs. 3. (üddeutsch), s. aichen. Pfefferholz, n. (Tischl.), kommt vom Boldostrauch (Boldoa fragrans) in Chili. Die rauhen Blätter des Strauches riechen angenehm, das Holz aber nach Pfeffer. Vfefferstein, Roggen⸗ oder Hirsestein, m. (Min ), f. v. w. Oolith (s. d.). Vergl. auch d. Art. Peperin. Pfeise, k., 1. (Wasserb.), kleiner bedeckter Graben oder Kanal, Schleuse. — 2 f. v. w. Dienst. — 3. Abtheilung eines Faltenkapitäls. — 4 franz. romurs, henal, engl. channel, kurze Kanälirung, namentlich auf der Vorderseite von Platten, in Pilasterhälsen etc., das Gegentheil von reed (f. d.); s. Glied V. 3., h. u. Kanal 4. — 5. s. Orgel. . d. Art. Bauholz F. I. n. 2. Pfeifenmergel, m. (Miner.), in Gestalt von Orgelpfeifen gefundene Mergelart. argile f. plastique, engl. pipe-cClay (Min.), feiner Thon (. d.), welcher bei langer, strenger Hitze sein Bolumen um die Hälfte vermindert, dabei zwar erhärtet, doch so porös bleibt, daß er Wasser durchsickern läßt, vhne zu erweichen; die verschiedenen Arten werden beim Brennen mattweiß, gelblich-od. röthlichweiß. Pfeil, m., I. durch P.e giebt man in Zeichnungen bei Flüssen die Richtung an, wohin sie fließen, bei Treppen, nach welcher Seite sie aufsteigen etc. — 2. Zwischen den Eierschalen eines Eierstabs angebrachtepfeilähnliche Verzierung, auch Schlangenzunge, engl. tongue genannt. — 3. P. od. Stich eines Bogens, senkrechte Höhe des Scheitels über der Widerstandslinie, s. d. Art. Pfeilhöhe. — 4. Als Attribut erscheinen Pre bei Cybele, Amor, Erato etc., ferner bei einigen Heiligen; s. M. M. a. W. Pfeilbuhne, . (Wasserb.), s. d. Art. Buhne. Pfeiler, w., I. frz. pied-droit, m., Pile, f., engl. pier, ital. pila, pilone, lat. pila, mora, griech. iiov. Senkrechte, isolirte Stütze, die von den Römern, Griechen etc. auch schon angewendet, aber erst allmählich in der mittelalterlichen Baukunst, bes. in der Gothik, an die Stelle der antiken Säule getreten ist. P. sind in der Regel massiger als die Säulen u. dienen namentlich als Bogen-oder Gewölbeträger: Bogenpfeiler, Gewölbepfeiler, franz. pilier engl. Pillar, ital. pilière, lat. pilarlus; man unterscheidet Rund-SIIOTHEK pfeiler, viereckige, kreuzförmige und polyhgone P., ferner einfache P. (single pillars) u. Bündelpfeiler (Compound pillars), sie sind entweder monolith (s. d), u. solche könnte man auch Säulen nennen, selbst wenn sie nicht rund sind (f. d. Art. Säule), oder sie sind aus Schichten aufgemauert (Pilier en étanfiche). Ueber die Gestaltung der P. in den verschiedenen Stilen s. d. Stilartikel sowie d. Art. Bimdelpfeiler, Bogenpfeiler (banded, continuous, Gdiscontinuous) etc. Der P. zerfällt gleich der Säule in Fuß, Schaft U. Kapitäl (s. d. betr. Art.). Wenn eine Reihe don durch Bogen oder Träger verbundenen Pin blos eine Wand, namentlich eine Umfa issungswand trägt, u. des einzelnen P.s Breite größer ist als die Stärke der Mauer, bes aber wenn die Grenze zwischen Tragendem u. Getragenem nicht künstlerisch hervorgehoben, sondern der P. blos als Theil der Wand, der Zwischenraum zwischen zwei Pn blos als ö Wandöffnung 2c.) behandelt ist, so nennt man ihn Schaft, s. z. B. Fensterschaft; schmälere und als P. gegliederte heißen Fensterpfeiler. Man hält e bes. bei freistehenden Gebäuden, gern bre eiter als Mitie Hat ein P. gußer der Sast Rach reinem f. v. w. Bergfente — 3. P. eine 3 Hochofens, . v. w. Paß, Vierpaß; s. Hochofen. Pfeilerabbau, m (Bergb.), frz. travail m. par com-Partiments, engl. square-work, pannel-work, s. d. Art. Grubenbau. Pfeilerbastlinn, k., nach dem Basilikentypus erbaute Kirche, deren Arkaden statt auf Säulen auf Pfeilern ruhen. PDfeilerbogen, m., s. im Art. Gurtbogen. Pfeilergründung, k., s. Grundbau II. D. u. F. Pfetlerhaupt, n., Pfeilerkopf, uu. ini weiteren Sinn, frz. bee m. de pile, engl. starling, cut-water, theilt sich in Pfeilervorhaupt, Pfeilervorspize, Kronpfeilerkopf, Pfeiler-Koßf im engern Sinn, frz. avant-bec, bee d'amont, engI. engl. back-starling, bail-starling, s. Brücke u. Brückenpfeilerkopf. Pfeilerkapitäl, u., f. Kämpfer 2. u. Kämpfergesims. Yfeilersims, . Schluß⸗, Deck⸗ od. Vachgesims eines Strebepfeilers. Pfeilerßein, w. (Miner.), s. v. w. Basalt. Pfoilerstiege, k. s. d. Art. Treppe. Pfeiterweite, l., f. die Entfernung der Achsen od Mitten zweier benachbarter Pfeiler. Pfeilhöhe, k., franz. Heche, montée, f., engl. height, piteh, eines Kreisbogens, die Länge des Perpendikels, welchen man von der Mitte desselben auf die Sehne fällt. Durch die Länge der Sehne (28) u. der Pfeilhöhe p ist der Kreisbogen vollständig bestimmt — Halbmesser berechnet sich nach der Formel u —5 ferch, m., d. Art. Horde 2. b. Pferd, n., 1. in der heidnischen Kunst Attribut des Neptun, der Bie des Swantevid etc., als Lene (. d.) Attribut des Apollo, Bellerophon etc., in der christlichen Kunst Symbol für Hochmuth u. Wollust; s. M. M. a. W. — 2. Kleines P. nennt man die Speif ungspumpe der Dampfmaschine. d'ornière (de fer) 2, Chevaux, engl. tram-(raih) Way, Schienenweg mit Holz⸗ oder Eisenoberbau, durch Pferde [benutzt; höchfte Steigung 1:100; meist Langschwellen, mit eisernen Querstangen und im Pflaster versenkten gerinnelten Schienen. Besser jedoch sind hohe Schienen ohne Schwellen od. Wnennn Die Form der Schienen ist sehr verschieden und eine allen Anforderungen genügende bis jetzt noch nicht gefunden. Es fauchen daher noch immer neue Vorschläge auf. Bei Anlage von P.en in Städten sollte man streng darauf sehen, daß die Schiene eine solche Form habe, daß die Pferde nicht mit dem Stollen darin hängen bleiben können, ferner darauf, daß die Schienenftränge so selten wie möglich von einer Seite der Straße auf die andere überspringen. Auch betreffs der Anlage der Weichen und Kurven wird noch so mancher Fehler gemacht. Die ganze Technik der P.en ist noch im Werden begriffen. Einiges s. jedoch noch in d. Art. Schiene, Straßenbahn, tram-way. Auch vergl. d. Art. Bahn und Eisenbahn.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 536Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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