FeedAal zu räuchern ohne Haut
AllerleiFrauenzimmer-Lexicon 1715

Aal zu räuchern ohne Haut. Dem Aal ziehe die Haut ab auf die Art, welche schon oben gemeldet worden; reisse ihm den Rücken auf, und thue das Eingeweide heraus, lege ihn, nachdem du ihn gesaltzen, in ein solch Geschirr, darinnen er alle Tage kan umgekehret werden. Nach diesem nimm selbigen heraus, trockene ihn gantz treuge ab, schiebe ihm ein Spieß durchs Maul, und henge ihn an einen Ort, da eben nicht gar zu viel Rauch ist. NB. Der Rauch hierzu wird also gemacht: man muß Spähne, so die Holtzmacher aushauen, nehmen, mit Wacholder-Beeren vermischen und öffters damit räuchern. Wenn nun der Aal bald seine rechte geräucherte Farbe hat, aber doch noch nicht gantz ausgeräuchert ist, so binde um denselben Papier, welches deßwegen geschicht, damit er bey der schönen Farbe erhalten werde; laß ihn also hangen, biß er gut und recht geräuchert ist. Hierbey hat man Achtung zugeben, daß ein solcher Aal in kein dumpffigtes Gewölbe darf gethan werden; denn die Aale sind insgemein fett und ziehen gerne solch übels Wesen an sich, davon sie hernach einen unangenehmen Geruch und Geschmack bekommen.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 12–13Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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