Agnes, Eine junge und sehr schöne Jungfrau, so sich in ihrem 13. Jahre zum Christlichen Glauben bekannte, und deßwegen von denen Römischen Käysern Diocletiano und Maximiniano hefftig verfolget ward. Zuletzt ward sie vor dem Römischen Amtmann Sempronium vor Gerichte geführet, und daselbst nochmahlen in Güte von dem Christlichen Glauben abgemahnet, weil sie aber sich nicht wolte bewegen lassen, ließ sie selbiger zum Spott und Hohn, nachdem er solches zuvorhero öffentlich ausruffen lassen, gantz nackend durch die Stadt in das Frauen-Hauß führen, um allda eine gemeine Metze abzugeben. In währender solcher Hinführung aber ereignete sich ein rechtes Wunderwerck mit ihr, massen ihr in einem Augenblick ihre Haare auf dem Kopffe so lang und häuffig wuchsen, daß sie ihren gantzen nackenden Leib über und über damit bedecken, und also dadurch den ihr angedroheten Spott und Schimpff zu nichte machen konte. Endlich aber ward sie auf Befehl des Römischen Stadthalters Aspasii auf einen brennenden Scheiter-Hauffen geworffen, und weil sie in selbigen dennoch nicht verbrannte, angesehen sich die Flamme zertheilte, und ihr kein Leyd that, mit Messern vollends als eine Märtyrin A. C. 306. zu Tode gestochen, auch von ihren Eltern nahe bey der Stadt Rom in der Numentanischen Strasse begraben. Ambrosius in Conc. 91. Rabbi Martyrer Buch P. I. p. 25.