Andreini Isabella, von Padua, eine zu ihrer Zeit sehr bekannte u. berühmte Poetin, und zugleich auch eine von denen besten Comödiantinnen in Italien; Sie soll von besonderer Schönheit seyn gewesen, weßwegen auch Ericus Puteanus sie in einer Epistel vermahnet und ihr gerathen, daß sie sich ihr Gesichte mit Lorbeer-Blättern bedecken solte, damit, wenn ihrer Wörter süsser Nectar die Sinne der Zuhörer gantz daumlend machte, ihre strahlenden und funcklenden Augen die Sinnen nicht zugleich rührte und verblendete. Ihr Mann war Franciscus Andreini. Sie starb den 10. Jun. A. 1614. zu Lion, in dem 42ten Jahr ihres Alters, an einem unglücklichen Zufall, indem es ihr unrichtig gieng. Ihr Tod ist von vielen bedauret, und so wohl durch Italiänische als Lateinische Federn beklaget worden, welche Epicedia an ihre Gedichte Edition. Milanens. An. 1605. mit angehenget worden. Ihre Briefe sind zu Venedig An. 1610. und zu Turin An. 1618. heraus gekommen. Nicht nur Puteanus, sondern auch Tasso und Marini haben hin und wieder von ihr viel Wesens gemacht, und ihr kein geringes Lob beygeleget, indem sie der erstere Suadam suam Musamque, ac Seculi nostri Sulpitiam zu nennen pflegte. Bellarm. Epistol. 2. Ausser der Poesie hat sie auch einige Wissenschafft von der Philosophie gehabt, auch Frantzösisch und Spanisch reden können.