Marchina, Martha. Eine Neapolitanerin und rechtes Muster gelehrter Weiber, sie hatte ein herrliches Naturell zum Studiren, und fieng schon im 7. Jahr ihres Alters mit solcher Begierde dasselbe an, daß sie in kurtzen zu einer vollkommenen Erudition gelangete, welche man sich von einem Frauenzimmer kaum einbilden kan, Vid. Jan. Nic. Erythræ. in Pinacoth. 3. p. 234. Und gestehet Morhoff. l. 2. Polyhist. c. 8. p. 413. daß es fast übernatürlich sey, was von ihrer Gelehrsamkeit geschrieben würde. Denn sie verstunde die Hebräische und Griechische Sprache recht gründlich, redete das schönste Latein, und schrieb einen solchen nett-fliessenden Lateinischen und Griechischen Verß, daß auch der vortreffliche Poete und Römische Prælat Anton. Quoerengus selbsten gestande, es wäre kaum möglich, daß solche Verse von einem Frauenzimmer herkämen. Uber dieses war sie in der Philosophie wohl versiret, hatte davon eine herrliche Wissenschafft, und verstund die Theologie dermaßen, daß sie der Cardinal Spada in einer Epistel sehr rühmen muste, und war dieses alles um desto mehr zu bewundern, weil sie niemals darzu einige Anweisung gehabt. Sie publicirte ihre Lateinischen Epi grammata, und starb A. 1646. den 9. April. in dem 46. Jahr ihres Alters. Der gelehrte Päbstliche Secretarius Caspar de Simonibus setzte ihr zu Ehren ein schönes Epitaphium, so in Eberti gelehrten Frauenzimmer Cabinet pag. 233. zu finden.