Artischocke, Cinara, Artichaud, ist ein bekannt Garten-Gewächs. Man findet deren dreyerley Sorten, so hier zu specificiren, nicht nöthig. Diese Frucht siehet aus wie ein Distel-Kopff, träget eine Purpurfarbene röthlichte Blume, fast wie der wilde Saffran, und will ein sehr warmes unn darbey nitrœses Land haben. Delicate Mäuler machen sich viel draus, und halten selbige vor eine gesunde und angenehme Speise. Sonst schreibet man ihr diese Krafft zu, daß sie Venerem stimuliren, und renes & vesicam von Schleim purgiren sollen; zu dem Ende werden sie in Franckreich, wenn nur die fäserichte Substanz weggeschnitten worden, des Morgens nüchtern, mit Saltz und Pfeffer bey einem Glas Wein roh genossen. Weil selbige auch in dem regard ein Antiscorbuticum mit abgeben, bedienen sich die Frantzöischen Chirurgi solcher bey denen Gonorrhæisten beyderley Geschlechts mit grossen Nutzen. Ist also Schade, daß sie von Medicis nicht fleißiger zur Artzney, als zur Mahlzeit gebraucht werden. Unsere Köche richten sie unterschiedlich zu. 1) Mit Muscaten-Blüten, 2) mit einer Spargel-Brüh, 3) mit grünen Erbsen, 4) gefüllet, 5) gefüllt auf eine andere Art, 6.) dergl. noch auf eine andere Art, 7) gebacken, 8) mit Mähren und grüner Petersillie, 9) roh zu bereitet.