Dido, Sonst Elisa genannt, eine Tochter des Tyrischen Königs Beli, und Weib des Sichæi: raffte ihres Mannes Reichthum, nachdem er von ihrem Bruder Pygmalion vor dem Altar ermordet worden, zusammen, gienge zu Schiffe, und flohe damit in Africam; allwo sie sich ausgebeten, ihr nur so viel Platz und Land abzutreten, als man mit einer Ochsenhaut umfangen könte, so ihr auch verstattet worden. Die listige Dido aber zerschnitte die Ochsenhaut in solche schmale Riemlein, durch deren Umfang sie einen solchen Platz umzäunen konte, worauf sie füglich die grosse Stadt Carthago erbauete, selbiger auch Rechte und Policey-Ordnung, nach ihrem eigenen Gutbefinden ertheilte. Vid. Spangenberg Adelspieg. p. 427. Nach Verfliessung einiger Zeit warbe der König Hiarbas oder Jarbas um selbige, wiewohl sonder Erlangung ihres Jaworts, und als er selbige durch Waffen und Krieg mit Gewalt darzu zwingen wolte, fiele die kaltsinnige Dido, welche lieber ihr Leben verlieren wolte, in ihr eignes Schwerd; wiewohl auch eige Seribenten dem Ænea diesen unglücklichen Todesfall und dessen Ursache zuschreiben wollen.