le Feure Anna, oder Dacieria, Des welt bekannten und gelehrten Tanaquilli Fabri Tochter und Andreæ Dacierii, der Königlichen Frantzöischen Academie Mitglieds, den sie A. 1685. geheyrathet, Eheweib. Ein rechter Ausbund gelehrter Weiber, gestallt sie nicht nur die Griechische und Lateinische Sprache aus dem Grunde verstehet, sondern sich auch um die Authores Classicos, über welche sie commentiret, sehr wohl verdienet gemacht. In ihrem Jungfern Stande hat sie schon die schönsten Autores mit den herrlichsten Noten in Usum Delphini heraus gegeben; als den Florum A. 1674. den Aurelium Victorem 1681. den Dictyn Cretensem und Daretem Phrygium 1680. so A. 1701. zu Amsterdam auf das neue heraus kommen. Den Callimachum A. 1677. Anacreontis und der Griechischen Poetin Sapphus Carmina 1681. welche letztere sie über alle massen in ihren annotationibus wieder alle falsch vermeinte Ankläger zu defendiren weiß. Uberdiß hat sie der gelehrten Welt die Nubes Aristophanis und den Plautum zu Paris 1684. vor die Augen geleget, dessen letztere drey Comoedien sie frantzöisch A. 1680. ingleichen den Terentium in eben dieser Sprache daselbst 3. Vol. A. 1688. heraus gegeben. Nechst diesen hat sie das Breviarium Historiæ Romanæ Eutropii mit ihren annotationibus der gelehrten Welt vor Augen gestellet. A. 1691. sahe man wieder von ihr ein Buch unter dem Titul: Reflexions Morales de l’ Empereur Marc. Antonin, auec des Remarques de Mr. & Madame Dacier. á Utrecht, in 12. wie sie denn auch eine Version mit Noten über den Sophoclem und Euripidem versprochen. Sie war anfangs der reformirten Religion zugethan, und bemühete sich der gelehrte Menagius sie auf alle Art und Weise von ihrer zur Römischen Religion abzuziehen, dessentwegen er ihr auch seine Historiam Mulier. Philosoph. dediciret, und in einem artigen Carmine sie zu seiner Religion invitiret. Endlich gieng sie aus Furcht der Frantzofen A. 1685. zu Castres in Ober-Languedoc zu der Catholischen Religion mit ihrem Manne zugleich über, denen hernachmals die meisten Bürger des Orts, einem so vornehmen und grossen Exempel folgeten. M. Baillet in seinen Judiciis d. Eruditis giebet ihr T. II. p. 564. 565. und T. III. p. 654. 655. & T. IV. p. 105. 106. ein nicht geringes Lob, wie sie auch in der That verdienet.