Flohr, Ist ein von zarter Seide, Nestel-Garn oder Wolle gantz leicht und dünne gewebtes Tuch, von allerhand Farben, dessen sich das Frauenzimmer zu vielerley Putz bedienet. Ist entweder glatt oder krauß, so absonderlich Crep-Flohr genennet wird; geblühmet oder schlecht, piccirt, gestreifft oder Muschel-Flohr. Die Augspurgischen Weiber pflegen ihre schwartzen Flöhre, so sie zu Winters-Zeit um den Halß und über ihre Kragen schlagen, mit Spitzen zu frisiren.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 552Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0