Gürtel, Oder Leib-Gürtel, ist ein aus gold- oder silbernen Gelencken gegossener und zusammen gesetzter Umfang um den Leib, den das Frauenzimmer zur Zierrath umleleget. In Augspurg wird solcher nicht allein um den Leib, sondern auch um den gantzen Schnabel der so genannten Schnabel-Brüstlein geleget, bey den geringen Weibesbildern ist er um den Leib herum nur von schwartzen Sammet verfertiget, an der rechten Seiten aber hengen silberne Kettlein, so ein Beschläg-Gürtel benennet wird, fast über den halben Rock herab, woran eine silberne blinde Messerscheide gehefftet; dergleichen auch in Saltzburg und Regenspurg dem Frauenzimmer gebräuchlich ist, woran aber insgemein ein gantz silbern gegossenes Messer-Besteck herab henget. In Ulm bedienet man sich ebenfalls dergleichen, ausser daß der vornehmen Weibesbilder allda ihre Gürtel, so sonder Gesteck sind, sehr lang von vorne herunter hengen, auch öfters mit einer Schleiffe Band zurücke wieder hinauf angestecket werden.