de Guion oder Gayon, Murovia Madame, von Riom aus Nieder-Auvergne gebürtig, eine gelehrte, aber auch des Quietismi halben sehr verdächtige Frantzösin, hat sich durch verschiedene, theils gedruckte, theils noch in Manuscriptis liegende Tractætlein bekandt gemacht. Sie starb im Anfange des 1699. Jahres. Ihre wunderlichen Meynungen kan man am besten aus ihren Büchern sehen, so Heinrich Wettstein in Amsterdam zum 4tenmahl drucken lassen, unter dem Titul; Recueil de divers Traites de Theologie Mystique, qui entrent dans la celebre dispute du Quietisme qui s’agite presentement en France. A Cologne 1699. & se trouve a Amsterdam chez Henrij Wetstein. Sie heyrathete einen reichen Mann M. de Guion genannt, welcher die Direction des Canals de Briare auf sich hatte, der sie als Wittbe mit 3. Kindern verließ. In ihrem Wittben-Stande ergab sie sich nach ihres Manns Tode gantz und gar der Devotion, unter der Direction eines Religieusen Barnabiter Ordens, und als sie ihrer sonderbahren Meynungen wegen verschiedene Verfolgungen ausgestanden, wurde sie endlich aus dem Closter de Filles de Vaugirad durch einen Exempten und die Archers abgehohlet, und nach der Bastille zu Paris abgeführet, in welcher sie auch ihr Leben beschlossen. Von ihren Schrifften siehet man 1) Moyen court & facile de faire Oraison. 2) Cantique des Cantiques. 3) Ströme, das ist 3. Mystische Wege. 4) eine Erklärung über Mosen, Josuam, die Richter, die Evangelia, über Pauli Episteln, und die Offenbahrung. Vid. Unschuldigen Nachrichten. A. 1706. p. 286. Arnold. in seiner Verthädigung der Mystischen Theologie p. 251. und in der Kirchen- und Ketzer-Historie p. 778. it. in der Historie der Mystischen Theologie c. 24. p. 514 machet groß Wesen von ihr; D. Feustking aber in seinem Gynæc. Hæret. Fanatic. pag. 325. redet gantz anders.