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Sagen & MythenFrauenzimmer-Lexicon 1715

Io, Eine Tochter des Inachi, oder wie einige wollen, des Argi und der Ismenes, ward von dem Jupiter heftig geliebet, und damit sie von der Juno nicht erkennet würde, in eine junge Kuh verwandelt. Nachdem aber die Juno solchen Streich merckte, hat sie sich von ihrem Jupiter diese Kuh ausgebeten, und als sie selbige von ihm erhalten, den hundert augigten Argum zum Wächter über sie gesetzet, welcher aber auff Anstifften des Jupiters von dem Mercurio eingeschläffert und umgebracht worden. Die Io aber ist von der Juno durch eine ihre zugeschickte grosse Hornüsse erbärmlich geplaget und gestochen worden, so daß sie vor Schmertz hin und her geflohen. Endlich ist sie nach Egypten gekommen, und von dem dasigen Könige Osiris zur Gemahlin auffgenommen, auch in solchen Ehren erhalten worden, daß sie nach ihrem Tode als eine Göttin, unter dem Nahmen Isis, verehret ward.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 929–930Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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