FeedJuno
Sitten & ModeFrauenzimmer-Lexicon 1715

Juno, So auch sonsten Zygia genennet wird, weil sie denen Hochzeiten mit vorzustehen pfleget, eine Tochter des Saturnus und der Opis, des Jupiters Schwester und Weib. Ist eine Göttin des Reichthums, und der Reiche der Welt gewesen, und zugleich auch über die Wolcken gesetzet worden: sie hat dem Jupiter den Vulcanum und Martem zur Welt gebracht. Man fingiret von ihr, daß, als ihr der Jupiter im Schlafe den kleinen Hercules an die Brüste legen ließ, um daraus seine Krafft und Stärcke zu saugen, sie darüber aufgewachet, und einen Theil der Milch gen Himmel spritzen lassen, woraus die so genannte Milchstrasse unter dem Gestirne entstanden, den andern Theil aber auf die Erde spriehen lassen, woraus die weissen Lilien gewachsen wären. Der Fluß Canathus ist dieser Göttin eigen gewesen, worinnen sie sich alle Jahr gebadet, und wieder zur Jungfer geworden. Sie wird auf einem erhabenen Wagen, als ein schönes, annehmliches, und mit göldnen Armbändern geziertes Weibesbild gemahlet, welcher von zwey Pfauen, weil dieser Vogel ihr als heilig, und des Argus hundert Augen im Schwantz zeigende, gewiedmet war, an statt der Pferde gezogen wird.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 957–958Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Sitten & Mode 6