Niobe, Eine Tochter des Tantalus, Schwester der Pelopis, und Eheweib des Amphionis der Thebaner Königs. Diese, weil sie ihrem Manne 6. Söhne und eben so viel Töchter zur Welt gebohren, erhub sich so hoch, daß sie auch den Vorzug vor der Latona haben wolte, welche solches übel empfand, und deßwegen dem Apollo und der Diana so lange in Ohren lag, biß der Niobe Kinder alle in einem Tag mit Pfeilen erschossen worden, worüber sich die Mutter Niobe dermassen gegrämet, daß sie endlich nach Anruffung der Götter in einen Stein vermandelt ward. Eben dergleichen Nahmen führte auch die Tochter des Phoronei und Mutter des Pelasgi.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1334–1335Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0