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Sagen & MythenFrauenzimmer-Lexicon 1715

Scylla, Des Phorci Tochter, in die sich der Meer-Gott, Glaucus hefftig verliebet, bey ihr aber kein Gehör fand, weßwegen er die Zauberin Circe um Hülffe angeruffen, weil aber Circe sich selber in den Glaucum vergaffet, wiewohl sonder einige Gegenliebe, bezauberte sie den Brunnen, worinnen sich die Scylla zu baden pflegte, dergestalt, daß, so bald sie, die Scylla, hinein trat, in ein Monstrum verwandelt ward, nemlich dem Ober-Theil nach, zwar eine Jungfer, doch mit einem Wolffs-Kopffe, dem Untertheil aber nach ein Delphin, worüber sich die verwandelte Scylla vor Schmertzen in das nechste Meer gestürtzet, und allda in einen Stein und Klippe verwandelt worden, welche Klippe noch heut zu Tage, auf den Sicilianischen Meer soll zu finden seyn, wofür sich die Schiffenden sehr zu hüten pflegen.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1830Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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