Scylla, Eine Tochter des Megarensischen Königs Nisi so sich in ihres Vaters Tod-Feind den Minos verliebet hatte, und ihn dahero auf alle Art zu gewinnen und einzuschläfern suchte, weil sie nun wuste, daß des gantzen Reichs Wohlfahrt und Verhängniß in denen Purpurfarbnen Haaren ihres Vaters bestande, schnitte sie ihm selbige heimlich ab, und stellte solche ihrem vermeinten Liebhaber als eine Marque der künfftigen Mit-Gifft zu, als sie aber sahe, daß er sie nicht viel achtete, wurde sie vor Schmertz und Wehmuth in eine Lerche verwandelt.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1829–1830Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0