See-Weiber, oder See-Mägdgens, Sind die wunderlichen Weibes-Bilder, so in dem Dorffe Senteir nahe bey Fuentarabia in Spanien wohnen, welche kein Manns-Volck leiden können. Sie haben alte Jungfern zu ihren Hoffmeisterinnen, und konnen vortrefflich wohl schwimmen, wie sie denn auch von Rudern, oder von auf- und abfahrenden Schiffen sich zu nähren pflegen, diejenigen so Lust zum Heyrathen bekommen, gehen nach Fuentarabia auf die Messe, stellen sich allda zur Schau aus, aus welchen sich hernach die jungen Pursche eine heraus lesen und sie zum Weibe nehmen dürffen.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1832Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0