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Sitten & ModeFrauenzimmer-Lexicon 1715

Mieder, Heisset denen Ulmerischen Weibes-Bildern ein Uberzug über den Ober-Leib mit Ermeln versehen, wird entweder von Sammet, Seide oder auch Camelot und andern Zeuge verfertiget, auch mit Spitzen oder Börtlein ausgebrähmet. Die Mieder so das gemeine Weibes-Volck in Sachsen träget und unterziehet, auch öffters Lätze genennet werden, seynd ohne Ermel, und werden insgemein mit etlichen schwachen Stäben Fischbein unterleget. Der Hallorum Weiber ihre Mieder, so vornher nicht ausgeschnitten, sondern ziemlich hoch in die Höhe und oben von einander stehen, sind starck mit goldenen Tressen verbrähmet.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1266–1267Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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