FeedStör
TierreichFrauenzimmer-Lexicon 1715

Stör, Acipenser, (Sturio) Etourgeon, ist eine Art eines starcken und grossen Fisches. Er hat einen langen Rüssel, vier Kiefen auf jeder Seite, so mit einem harten Deckel verwahret, ist dunckel von Farbe, und führet keine Zähne. Die Schuppen findet man bey ihm nicht über und über, sondern er weiset nur etliche harte Schuppen auf dem Rücken lang hin, vom Kopff durch den Rücken biß über den Schwantz läufft eine starcke Senne Fingers dicke, so die Stärcke genennt, und von denen Köchen bey seiner Schlachtung ausgerissen wird; Dieser Fisch ist wie der Lachs, ein Anadromiste, der zwar ordentlich im Mcere wohnet, aber aus demselben in die Ströme zu seinem Wachsthum und Verbesserung antritt, nicht aber ohne Unterscheid in alle, sondern nur in die grösten, als in die Donau, den Rhein, die Elbe, die Oder, Weichsel, und dergleichen. Sein Fleisch ist weiß, gelinde, nahrhafft, dem Munde lieblich und dem Magen angenehm; Jedoch ist ein grosser Unterscheid nach ihrem Geschlechte, Ort und Zeit zu machen. Was die Zubereitung in der Küche anbelanget, so kan selbiger entweder Stückweis gebraten oder mit einer Senff- oder auch Butter-Brühe zugerichtet werden. Dergleichen Brühen hin und wieder sattsam beschrieben worden.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1909–1910Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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