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ReligionFrauenzimmer-Lexicon 1715

Tullia, Des berühmten Römischen Redners Ciceronis, und der gelehrten Terentiæ gleichfals gelehrte, und in allen Tugenden wohlerzogene Tochter, weswegen sie Cicero selber sehr hoch liebte und æstimirte. Sie heyrathete erstlich C. Calpurnium Pisonem, hernach Furium Crassipedem, und endlich P. Cornelium Dolabellam, sie starb in einem unglücklichen Kindbette, worüber sich ihr Vater lange nicht trösten lassen wolte, biß er endlich sich selbst ein Scriptum, welches er Consolationem sive de luctu minuendo nennete, zu Trost auffsetzete. Welche Schrifft nach einiger Meynung soll verlohren gegangen seyn: Merckwürdig ists, daß zu Zeiten Pabsts Pauli III. dieser Tulliæ Grab gefunden worden, und in demselben eine Lampe, so schon 1550. Jahre gebrandt hatte, so bald aber die Grufft eröffnet worden, durch die hinein streichende Lufft ausgelöschet ist. Vid. Quirfeld im Historischen Rosen-Gebüsche. Cent. l. n. 2. p. 7. Guido Panciroll. de Oleo incombustibili p. 236. Lib. I. Kirchmayeri Noctiluca constans. C. 2. §. 4.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 2046–2047Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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