Cornelia Graccha, Eine edle und gelehrte Römische Matrone, von grosser Beredsamkeit, des Sempronii Gracchi Weib, und Tiberii und Caji Gracchi Mutter: ihre Gewohnheit war weder mit Reichthum noch Schätzen zu prahlen, sondern sie meynte, daß ihr gröster Schatz und alleredelstes Kleinod in ihren Kindern bestünde, als welche sie vortrefflich und wohl erzogen hatte. Cicero in seinen Rhetoricis erhebet sie sehr hoch. Ihre Epistel, so sie an ihre Söhne geschrieben, weiset Sextus Chæroneus, in seinem Buch de Laudibus Mulierum, mit auff. Sie hat nicht nur ihre eigenen Söhne, sondern auch andere jungen Römer, so häuffig ihre Lectiones besuchten, informiret, wie Fabius Lib. XII. c. ult. berichtet, wodurch sie sich ein unsterbliches Lob erworben. Juvenalis hat ihre vortrefflichen Meriten in seiner VI. Satyra berühret. Nach ihrem Tode ist ihr eine Statue auffgerichtet worden. Vid. Ant. d. Guevara Horolog. Princip. l. II. c. 36. p. 570. Franc. Nann. d. Claris Corneliis Rom. Hiernechst soll sie eine vortreffliche Musica gewesen seyn. Frauenlob in der lobwürdigen Gesellschafft gelehrter Weiber. p. 11.